mercredi 24 mars 2010

EINFÜHRUNG

Ein Gaußmeter (zur Messung der Stärke und Frequenz eines Magnetfeldes), das Magnetfeld der Erde, die Form einer Tragfläche, der Wirbel an der Spitze eines Flügels... Für viele Menschen haben diese technischen Begriffe keinerlei Bedeutung. Der innere Kern der Erde ist fest und der äußere Kern flüssig. Wenn diese beiden Lagen aneinander reiben, dann wirkt eine Art Magnetismus auf die Schwermetalle im Kern und es entsteht ein Magnetfeld. Viele Menschen wissen das nicht und wissen auch nicht, welcher Nutzen sich daraus ergibt. Nur ein Flugingenieur oder jemand der sich besonders dafür interessiert, kennt womöglich die Tragflächenform von Flügeln, dass diese bei Ventilatoren und Propellern verwendet werden und auf diese Art die Luftströmung in der Umgebung einen Auftrieb erfährt und dadurch Start und Flug vereinfacht werden...
Ingenieure und Experten verwenden diese Informationen, um neue Flugzeuge zu entwerfen. Sie untersuchen den Einfluss von Magnetfeldern und profitieren davon, indem sie gegen mögliche Gefahren Maßnahmen ergreifen.
Doch nicht nur diejenigen, die auf diesem Gebiet eine Ausbildung genossen haben oder gebildete Menschen sind, verwenden diese Informationen oder Systeme.
Der Albatros, der während einer einmonatigen Reise ohne zu landen 15.000 km hinter sich bringt, die Schwalben, die während ihrer Migration einmal die Erde umkreisen, die Heuschrecken, die bis zu 3.000 km Weg hinter sich bringen können, die Aale, die gleich nach der Geburt eine 6000 km lange Reise antreten, die Wale und noch viele andere Lebewesen verwenden diese technischen Informationen.
Diese Tiere, von denen das leichteste rund 35-40 Gramm wiegt und das schwerste bis zu 130 Tonnen auf die Waage bringt, verbringen ihr gesamtes Leben mit der Bewegung von einem Ort zum anderen. Manchmal von einem Garten in den nächsten, manchmal von einem Nest ins andere, manchmal von einem Kontinent zum anderen... In der Luft sind es Fledermäuse, Spinnen, Schmetterlinge, Enten und Gänse. Zu Land Elefanten, Zebras, Bisons, Schlangen, Frösche und Heuschrecken. Im Meer die Hummer, die Wale, die Lachse, die Meerkastanien, die Seesterne und viele andere. Sie alle legen aus unterschiedlichen Gründen weite Strecken zurück. Die Gemeinsamkeit dieser Reisen besteht darin, dass die Tiere durch diese Migration für das lebensnotwendige Gleichgewicht sorgen. Die Art, wie die Zugtiere dieses Gleichgewicht aufrechterhalten und ihre lange und schwere Reise so erfolgreich absolvieren können, ist seit Jahren im Fokus der Wissenschaft. Es gibt eine Reihe von Forschungsarbeiten zu diesem Thema.
Es gibt eine wichtige Frage, auf welche die Wissenschaftler eine Antwort suchen: Was ist der Grund, der die Tiere dazu veranlasst ihren Lebensraum aufzugeben und tausende von Kilometern zurück zu legen und dabei sehr viel Energie und Zeit aufwenden?
Unterschiedliche Tiere machen sich aus verschiedenen Gründen auf den Weg. Einige um Nahrung zu finden, einige um zu ihren Brutgebieten zu gelangen. Einige verlassen ihre Umgebung, weil sich die Lebensbedingungen geändert haben. Doch egal aus welchem Grund sie ihre Reise antreten, es gibt eine wichtige Gemeinsamkeit: Vom kleinsten bis zum größten Tier hat jedes seine ganz eigene Art der Migration bei der es einem durchdachten Plan folgt und über die dafür notwendigen Fertigkeiten verfügt.
Um von einem Ort zum anderen zu gelangen, müssen zuvor drei Punkte bekannt sein. Die Ausgangsposition, die Zielposition, wohin also gestrebt wird, und die Richtung, der gefolgt werden muss... Gleichzeitig müssen die Tiere auch die Position des Gebietes, in dem sie sich befinden sehr genau kennen, da diese Informationen für den Rückweg wichtig sind. Außerdem müssen sie wissen, wann sie das Ende ihrer Reise erreicht haben und welche Bedingungen sie am Ende der oft zehntausend Kilometer langen Reise erwarten.
Einige verwenden zur Bestimmung der Richtung genau wie der Mensch die Sonne und die Sterne. Heute können mit Hilfe von Satellitentechnologie feinste Messungen vorgenommen werden. Die Zugtiere wurden sobald sie auf die Erde kamen, so erschaffen, dass sie bereits über diese Technologie verfügten. Diese Lebewesen verwenden spezielle Systeme, die Allah für sie erschaffen hat und mit der Inspiration Allahs bewegen sie sich und legen erfolgreich weite Strecken zurück.
Dieses Buch hat das Thema Migration bei Tieren zum Inhalt und zeigt den Glanz von Allahs Schöpfung und weckt die Begeisterung über die Tiere. Ein weiteres Mal werden wir Zeuge der endlosen Weisheit unseres Herrn. So wie uns der Quran wissen lässt:

Wir werden Ihnen Unsere Zeichen überall auf Erden und in Ihnen selbst zeigen, bis ihnen deutlich wird, dass dies die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr Zeuge aller Dinge ist? Ist es nicht so, dass sie über die Begegnung mit ihrem Herrn in Zweifel sind? Er aber umfasst wahrlich alle Dinge. (Sure Fussilat, 53-54)





DER HÖHERE VERSTAND BEI DER ORGANISATION DER MIGRATION


Tiere verlassen zu einem geeigneten Zeitpunkt ihre Umgebung und machen sich auf eine lange Wanderung zu einem passenden Lebensraum. Die wichtigen Punkte hierbei sind die Begriffe „geeigneter Zeitpunkt“ und „passender Lebensraum“. Auf der gesamten Welt wissen die Tiere – vom Kleinsten bis zum Größten – was diese beiden Begriffe ganz genau bedeuten und können noch dazu, falls es nötig ist, einen entsprechenden Ort zum richtigen Zeitpunkt verlassen. Es ist ein eindeutiges Wunder, dass Zugtiere immer an ihrem Ziel anzukommen, ohne sich zu verirren oder vom Weg abzukommen.

Die Perfektion des Timings
Zuerst muss für die Migration ein „Beschluss gefällt“ werden. Damit das Zugtier den richtigen Ort erreichen kann, muss es zuerst beschließen, sich auf den Weg zu machen. Als nächstes muss es den besten Zeitpunkt dafür auswählen. Das perfekte Timing der Tiere weist Unterschiede entsprechend der Migrationsart auf. Migration, die zu neuen Lebensräumen führt und keine Rückkehr beinhaltet, wird als „Einwegmigration“ bezeichnet. Eines der besten Beispiele hierfür ist die Wanderung der Bienen. Wenn der Stock nicht mehr für die Bienenpopulation ausreicht, dann entschließt sich die Bienenkolonie, sich zu teilen. Das ist meist im Frühjahr oder zum Sommerbeginn der Fall. Es ist überaus erstaunlich, dass diese kleinen Tiere entscheiden können, ob ihr Lebensraum für sie passend ist oder nicht, dass sie bemerken können, dass sie ein neues Zuhause brauchen und diesen Umzug dann in der passenden Jahreszeit durchführen. Es ist ein offensichtliches Wunder, dass die die Bienen beschließen können, zu welchem Zeitpunkt zehntausende Bienen ausschwärmen und welche Individuen mitfliegen sollen und dabei keinerlei Chaos entsteht.
Betrachten wir noch ein weiteres Beispiel. Die schwimmenden Larven vieler Krebs- und Krabbenarten haben ein Problem bei der Kolonialisierung neuer Lebensräume. Diese kleinen Lebewesen bewohnen die Flussmündungen in Buchten und müssen daher beständig ihre Position ändern, um nicht ins Meer gespült zu werden. Dass die Larven sich erfolgreich fortbewegen können, verdanken sie ihrer Fähigkeit, sich entsprechend auf die Gezeiten einzustellen. Wenn das Wasser steigt, bewegen sich die Larven sofort nach oben, wenn das Wasser sich zurückzieht, tauchen sie auf den Grund ab und so gelingt es ihnen, in der Flussmündung zu bleiben. Wenn man diesen Vorgang, der auf den ersten Blick sehr einfach wirkt, näher betrachtet, erweist sich, dass die Larve dafür eigentlich sehr wichtige Informationen kennen muss.
Die Gezeiten ändern sich jeden Tag um 50 Minuten. Daher kann man sich vorstellen, dass die Larven ständig die wechselnden Zeiten der Gezeiten ausrechnen müssen. Doch die Larven haben damit keinerlei Probleme. Diesen Rhythmus beherrschen diese kleinen Tiere, die noch nicht voll entwickelt sind, meisterlich.
Das sind nur einige wenige Beispiele für die Fähigkeit des Timings, welche Tiere bei ihren Wanderungen aufweisen. Natürlich ist es unvorstellbar zu denken, dass diese Tiere ihre Fähigkeiten durch ihren eigenen Verstand und Bewusstsein erlangt haben. Daher stellt sich folgende Frage: Wer bestimmt, wann und wohin sich die Tiere auf den Weg machen müssen? Wer verleiht ihnen diese Fähigkeit?
Einige Wissenschaftler beantworten sich diese Frage mit der Aussage, dass die Tiere eine innere Uhr haben. Doch dabei wird eine wichtige Tatsache übersehen. Wie kann eine solche Uhr existieren, die im Inneren aller Lebewesen, die auf Wanderungen gehen, ohne anzuhalten, ohne kaputt zu gehen und selbst in den kleinsten Individuen ohne Abweichung funktioniert? Wer hat allen Tieren diese Fähigkeit verliehen? Die Wissenschaftler, die der Evolutionstheorie anhängen, behaupten, dass dieser Mechanismus sich während der Evolution, also durch einen blinden Prozess genannt „Zufall“ entwickelt hätte. Das ist zweifelsohne eine dumme Aussage. In diesem Buch werden wir unterschiedliche Beispiele dieser wunderbaren Fähigkeit untersuchen und feststellen, dass diese kein Werk des Zufalls sein kann. Es ist unmöglich, dass sich eine solche Eigenschaft, die auf genauesten Berechnungen beruht, aus einem blinden und unbewussten Zufall heraus entwickeln kann. Es ist der Höchste Allah, Der diese Fähigkeiten erschaffen hat und durch Seinen Wunsch den Tieren verliehen hat. Allah ist der Herr aller Dinge am Himmel:

Und Allah gehört, was in den Himmeln und was auf Erden ist, und zu Allah kehren alle Dinge zurück. (Sure Al-Imran, 109)

Perfektion bei der Richtungsfindung
Im Vergleich zu den meisten Tieren hat der Mensch einen sehr schlecht entwickelten Orientierungssinn. Hier können wir erneut einen Vergleich mit der Honigbiene anstellen. Bienen können bei der Rückkehr in ihren Stock den anderen Bienen genau mitteilten, wo sie auf ihrem Ausflug Nahrung gefunden haben. Die Bienen, die diesen Zeichen folgen, finden die beschriebene Stelle problemlos, als wären sie bereits zuvor dort gewesen. Für einen Menschen ist es nicht so einfach einen Ort zu finden, den sie nicht kennen. Egal wie gut die Beschreibung ist, es besteht immer die Gefahr, dass er vom Weg abkommt oder sich verläuft. Um dieses Risiko zu verringern werden Wegweise gemacht, die Straßen und Gassen mit Namen versehen und unterschiedliche Hilfsmittel verwendet. Dabei steht keine dieser Möglichkeiten einem Tier, das auf Wanderschaft geht, zur Verfügung. Das ist auch nicht nötig. Kein einziges Lebewesen hat Bedarf nach einem Wegweiser. Die meisten Tiere auf Wanderschaft haben auch keine Karte, die ihnen den Weg beschreibt.

Tiere mit einem Programm für
die Richtungsbestimmung
Bei Tieren spielen andere Faktoren als beim Menschen eine Rolle, wenn es um die Richtungsbestimmung auf Reisen geht. Jede Spezies hat eine andere Methode für die Bestimmung des richtigen Weges. Doch im Allgemeinen können wir sagen, dass Vögel der Sonne und den Sternen sowie den Magnetfeldern der Erde folgen und Fische den Geruch der chemischen Zusammensetzung des Flusswassers wahrnehmen und davon profitieren. Natürlich handelt es sich um eine Besonderheit, bei der man auf meisterliche Art und Weise die unterschiedlichen Faktoren auswerten muss und dem entsprechend ein Ergebnis finden muss. Den richtigen Weg anhand der Sterne, der Sonne oder der chemischen Zusammensetzung eines Flusses zu finden ist eine Aufgabe, an der die meisten Menschen scheitern würden. In diesem Zusammenhang stellen sich einige dringliche Fragen. Nämlich die folgenden:
- Woher wissen Tiere, in welcher Richtung sie die Orte, die für ihre Brut, Nahrung oder Lebensraum geeignet sind, finden werden?
- Wie kann ein Lebewesen, sobald es geboren ist, entscheiden, dass ein Ort, an dem es nie gewesen ist, den es nie gesehen hat, für es geeignet ist?
- Wie haben sie herausgefunden, dass die Sterne und die Sonne für die Richtungsbestimmung geeignet sind?
- Wer hat ihnen das gleich nach der Geburt beigebracht?
Die Gemeinsamkeit in den Antworten auf diese Frage besteht darin, dass kein Tier dies aus eigenem Verstand und anhand der ihm selber zur Verfügung stehenden Informationen bewerkstelligen kann. Die Informationen für solch eine Reise haben die Lebewesen bereits erhalten, bevor sie auf die Welt gekommen sind. Die genannten Tiere sind quasi programmiert worden. Wer war es dann, der sie programmiert hat? Sicherlich ist es Allah, Der alles weiß, Der sie erschaffen hat, Der ihnen ihre Fähigkeiten verleiht. Dies mit der illusorischen Evolutionstheorie zu erklären, ist ein sinnloser Versuch, der immer im Nichts versandet.
Ameisen finden ihren Weg mittels der Sonne ohne sich je zu irren. Dabei bewegt sich die Sonne mit einer Verschiebung von rund 15 Grad pro Stunde. Das erschwert es, sich auf die Sonne zu beziehen. Doch diese kleinen Tiere können in ihre Berechnungen einbeziehen, wie lange sie draußen waren und wie weit die Sonne in dieser Zeit gewandert ist. Sie kennen den Ort, an dem sie sich befinden und irren auch nicht auf dem Rückweg zu ihrem Bau. Die Bienen verfügen über die Fähigkeit die Sonnenbewegung zu erkennen und sich dementsprechend darauf einzustellen. Wenn eine Biene am Ende eines Tages eine Futterquelle gefunden hat, so kann sie, wenn sie morgens sich erneut dorthin auf den Weg macht, die Veränderung in der Sonnenposition in ihre Berechnungen einbeziehen. So kann sie sich in die richtige Richtung auf den Weg machen und die Nahrungsquelle wieder finden. Bienen müssen von Geburt an wissen, wie man die Sonne als Wegweiser verwendet und auch die Position der Himmelskörper und deren Bewegung berechnen können. Ohne dieses Wissen könnten sie nicht überleben und ihre Art nicht weiter fortführen.
In der Wüste befindet sich viel Sand, der überall gleich aussieht. An den meisten Stellen ist der Sand so heiß und trocken, dass kein Gras oder Busch wachsen kann. Daher gibt es kein Zeichen oder Spur, die bei der Richtungsbestimmung helfen könnten. Die feinen Spuren im Sand werden innerhalb von Minuten vom Wind verweht und Duftspuren werden von der Sonne getrocknet und verlieren ihren Geruch. Die Wüste mit ihren harten Lebensbedingungen ist das Zuhause einer Ameisenart namens Cataglyphis. Sie schützen sich vor Vögeln, die sich von Käfern und Eidechsen ernähren, indem sie unterirdische Nester anlegen. Während die Raubtiere in den Morgenstunden auf Beutezug sind, bleiben die Ameisen in ihrem Bau. Doch in den Mittagsstunden wird es so heiß, dass die Eidechsen und Vögel sich in den Schatten zurückziehen. Diese ein bis zwei Stunden ermöglichen es der Cataglyphis auszuziehen und nach Nahrung zu suchen. Zu hunderten springen sie plötzlich aus Löchern im Sand und fangen an nach Käfern, die von der Sonne geschwächt sind, zu suchen. Jede einzelne Ameise läuft im Zickzack. Alle ein bis zwei Sekunden bleibt sie stehen, hebt den Kopf nach oben und vollzieht auf einem Bein eine Wendung und beginnt wieder zu laufen. Wenn sie Nahrung gefunden haben, müssen sie so schnell wie möglich zurück in ihren Bau, um der Gluthitze zu entkommen.
Diese Ameise, die sich während der Jagd im Zickzack fortbewegt hat, folgt bei ihrer Rückkehr in den Bau einer geraden Linie. Schnell rennt sie zu dem Loch, das zu ihrem Nest führt und ungefähr 150 m entfernt liegt1. Dieses Verhalten ist bemerkenswert. Denn dafür muss die Ameise ihren zurückgelegten Weg zu jedem Zeitpunkt genau abgemessen haben und sich daran erinnern. Das bedeutet, dass sie jedes Mal, wenn sie den Kopf gehoben hat, eingespeichert hat, wo sich die Sonne befindet. Mit diesen Informationen, die sie während ihrer 15 Minuten dauernden Wanderung gesammelt hat, hat sie die Entfernung und Richtung für die Rückkehr in ihren Bau genau bestimmt. Sicherlich kann dieses kleine Lebewesen diese Methode für die Richtungsbestimmung und das Auffinden ihres Baus nicht selber gefunden haben und auch nicht aus eigenen Stücken durchführen. Es ist die Inspiration Allahs, die den Ameisen dabei hilft, diese Aufgabe zu meistern. Dabei ist jedes einzelne Individuum bei der Lösung dieses Problems, an dem die meisten Menschen unter gleichen Bedingungen scheitern würden, erfolgreich.
Diese Tiere können diese Fähigkeit nicht über einen längeren Zeitraum erlernt haben. Denn viele Tierarten finden sofort nach der Geburt den Weg zu den Orten, die für sie am meisten geeignet sind und machen sich auf den Weg. Auch das Verhalten der Meeresschildkröte ist äußerst bemerkenswert, wenn die Jungen, sobald sie geschlüpft sind, wissen, dass sie zum Meer wandern müssen und sich dementsprechend verhalten. Die Jungen schlüpfen bei Nacht aus ihren in unterirdischen Nestern und machen sich Richtung Meer auf, um ihre Futterplätze zu erreichen. Kein einziges Tier würde sich in eine falsche Richtung bewegen, sie alle wandern Richtung Meer. Denn die Sterne und der Mond sind so beschaffen, dass sie über dem Meer strahlender scheinen als an Land. Die Meeresschildkröten sind so programmiert, dass sie sich sofort nach der Geburt in Richtung dieser strahlenden Sterne bewegen. Es gibt niemanden, der ihnen beibringt, was sie nach dem Schlüpfen tun müssen und dennoch können sie sehr bewusst handeln. Es ist offensichtlich, dass ihnen das bereits vor ihrer Geburt beigebracht worden sein muss. Das ist ein eindeutiger Beweis, dass ihr Schöpfer ihnen diese Fähigkeit verliehen haben muss.

Tiere, die die magnetische
Strahlung der Erde kennen

Vögel
So wie die Ameisen den Stand der Sonne zur Richtungsbestimmung verwenden, orten sich manche Tiere auf ihrer Wanderung auch anhand der Magnetfelder der Erde. Diese Magnetfelder stammen aus dem geschmolzenen Eisen, das sich im Erdkern befindet. Das Magnetfeld zeichnet eine ovale Flusslinie, die im Inneren der Erdkugel die Ozeane und die Atmosphäre umspannt und sich von einem Pol zum anderen erstreckt. Während diese Linien am Äquator liegend verlaufen, werden sie in Richtung der Pole immer steiler. Die Stärke des Feldes nimmt in Richtung der Pole ebenfalls weiter zu.
Es wird davon ausgegangen, dass einige Tiere bei ihrer Wanderung die Stärke und Neigung des Magnetfeldes bestimmen, um ihre Richtung zu finden. Es wurde beispielsweise bewiesen, dass Zugvögel sich mittels des Erdmagnetfeldes auf ihrer Reise orientieren. Um dies zu beweisen haben Wissenschaftler einer Gruppe von Zugvögeln Eisenstangen an die Füße gebunden. Doch an einigen dieser Eisenstangen haben sie einen Magneten angebracht, der das Magnetfeld der Erde stört. Die Vögel, die eine magnetisierte Eisenstange an ihren Füßen hatten, sind auf ihrer Reise vom Weg abgekommen. Die anderen Vögel hingegen haben wie gewohnt mühelos ihren Weg gefunden. Dieser Versuch hat für das Verständnis der außerordentlichen Befähigung der Zugvögel einen wichtigen Beitrag geleistet.2
Damit die Vögel die Magnetfelder der Erde berechnen können um so ihren Weg zu finden, benötigen sie entweder die als Lenzsches Gesetz in der Physik bekannte Formel oder ein Gaußmeter (ein Gerät zum Messen der Erdmagnetfelder). Viele Menschen wissen noch nicht mal, um was es sich bei diesen Begriffen handelt oder haben sogar noch nie davon gehört. Sicherlich haben auch die Vögel in Wirklichkeit keine Ahnung, um was es sich dabei handelt und sie tragen auch kein entsprechendes Gerät an ihrem Körper. Außerdem kennen sie sicher keine Formel für die Berechnung von Magnetfeldern. All dies können sie dank Allahs Inspiration verwirklichen.

Schildkröten
Versuche an der Meeresschildkröte Caretta Caretta haben bewiesen, dass auch dieses Lebewesen sich anhand der Erdmagnetfelder bei ihren Wanderungen orientiert. Diese Tiere verhalten sich so, als hätten sie bereits vor ihrem Weg zum Ozean die Magnetwerte an den unterschiedlichen Orten bestimmt und können so die Richtung feststellen.
Kenneth Lohmann und sein Team von der Universität North Carolina haben die Wanderung dieser Tierart studiert. Sobald sie am östlichen Strand von Florida aus ihren Eiern geschlüpft sind, wenden sich diese Tiere gen Osten dem Ozean zu. Sie ziehen in die Nähe der Saragossa See und zum Nordatlantik. Hier richten sie sich gen Nordosten, Richtung Europa und später nach Süden. Und nach rund 5 bis 10 Jahren in diesem warmen und nährstoffreichen Umfeld kehren sie wieder nach Nordamerika zurück. Lohmann und sein Team wollten beobachten, ob die Meeresschildkröten bei ihrer Wanderung die regionalen Magnetfelder für die Ortung verwenden oder nicht und haben zu diesem Zweck eine Versuchsanordnung aufgebaut: Sie haben einen großen Wassertank gebaut und außen ein Magnetfeld errichtet. Sie haben 79 frisch geschlüpfte Schildkrötenjunge mit Badeanzügen ausgestattet, die ein Computerüberwachungssystem eingefügt hatten und ließen dann die Schildkröten in dem Wassertank frei. Es wurde die magnetische Strahlung der kritischen Punkte simuliert, dem Nordatlantik, dem Nordatlantik in Florida und in Portugal. Die Schildkrötenjungen wurden dieser Strahlung ausgesetzt. Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass bei jedem versuchten Magnetfeld die Schildkröten beginnen, in dazu entgegen gesetzter Richtung zu schwimmen. Wenn der Tank beispielsweise die Strömung der nordöstlichen Regionen nachstellte, wandten sich die Tiere gen Süden. Wären sie tatsächlich im Ozean, würde sie diese Richtung am Leben erhalten und sie davor bewahren, in die kalten Gewässer zu geraten und zu sterben.3
Woher haben die kleinen Schildkröten, die zuvor nie auf Wanderschaft waren, die Fähigkeit erworben? Wie können sie der Route, die sie in die warmen Gewässer bringen wird folgen, ohne dass sie eine Karte oder ein ähnliches Hilfsmittel haben? Wie können sie Magnetfelder messen und auswerten? Wer hat ihnen beigebracht, bei welchem Wert des Magnetfeldes sie in welche Richtung weiter müssen?
In einer wissenschaftlichen Quelle wurde folgende Erklärung dafür geliefert, wie die frisch geschlüpften Schildkröten mit Hilfe von Informationen über das Erdmagnetfeld ihren Weg finden.
Die Erde ist ein riesiger Magnet und auch ein Stäbchen hat einen Nord- und einen Südpol. Das ist sehr wichtig, wenn der Mensch versucht sich zu orientieren, denn nach den magnetischen Anziehungsgesetzen zeigt eine Kompassnadel immer auf den Nordpol der Erde. Tiere auf Wanderschaft müssen sich bei der Richtungsbestimmung sicher sein und müssen auf Kurs bleiben. Sie richten sich nach den Magnetfeldern der Erde. Doch obwohl intensiv geforscht wurde, konnte nicht herausgefunden werden, was für eine Art von Kompass sie dafür verwenden. Langsam machen wir uns auf Spurensuche, um dieses Geheimnis zu enträtseln…
… Die Schildkröten, die ein Leben auf Wanderschaft führen, verwenden ihren inneren Kompass, um einen Plan für ihre Migration zu fertigen…4
Nach dieser Erklärung dränge sich folgende Fragen auf: Beispielsweise, wo am Tier sich die genannten Kompasse befinden, wie diese funktionieren, wer jedem einzelnen Tier einen Kompass gegeben hat…
Diese Fragen machen eine einzige Wahrheit deutlich: Alle Lebewesen sind von dem Moment an, zu dem sie erschaffen werden, mit diesen erhabenen Eigenschaften ausgestattet. Es kann nicht mit blindem Zufall oder einem so genannten Evolutionsprozess erklärt werden. Es ist ein Zeichen, das die unterschiedlichen, bemerkenswerten Eigenschaften der Tiere einem sehr wohl durchdachten Plan und Gleichgewicht folgen und sie harmonisch zu ihrem Umfeld erschaffen wurden.

Organisation der Migration
Einen Schwarm bilden ist für Wandertiere ein besonderer Gewinn. Einer der wichtigsten Vorteile besteht darin, dass die Energie, die ein einzelnes Individuum aufbringen müsste, in der Gruppenbewegung um ein Vielfaches verringert wird. Daher können Tiergruppen weitere Strecken mit weniger Energieverbrauch zurücklegen. Während der Wanderschaft bricht kein Streit zwischen den Individuen aus. Jedes einzelne führt seine Aufgabe passend aus. In den folgenden Kapiteln dieses Buches werden wir ausführliche Beispiele dafür sehen, wie Tiere einander gegenseitig helfen und notfalls auch opferbereit sind und ihre Reise in vollkommener Harmonie antreten.
Obwohl der Mensch das einzige mit Verstand gesegnete Lebewesen auf Erden ist, hat er niemals so viel Harmonie im Zusammenleben erreichen können. In jeder Gesellschaft gibt es Leute, die sich gegen ihre Aufgabe sperren, die rebellisch sind und ihre Unzufriedenheit kundtun, wenn sie sich opferbereit verhalten sollen. Deswegen werden bestimmte Gesetze und Regeln in menschlichen Gesellschaften aufgestellt, um Zwistigkeiten zu vermeiden und so kann der Mensch im Rahmen dieser Gesetze und Normen die gesellschaftliche Ordnung aufrechterhalten.
Bei den genannten Tieren gibt es keine festgesetzten schriftlichen Gesetze und auch keine Strafen oder Sanktionen, wenn sie dagegen verstoßen. Doch sie leben immer in Harmonie. Dies ist ein Beweis dafür, dass sie so erschaffen sind, dass sie gemeinsam Handeln und jedes einzelne die Inspiration erhalten hat, worin seine Aufgabe besteht.
All dies ist ein Beweis dafür, dass sie erschaffen wurden. Allah hat auf Erden, am Himmel und im Meer, kurz gesagt überall im Universum, Schöpfungsbeweise hinterlassen. Menschen mit Verstand und Gewissen sehen und erkennen das und ihr Glaube zu Allah wird dadurch vermehrt. In einem Vers richtet sich Allah an die Gläubigen, damit sie über die Wunder nachdenken und Allah darin erkennen.

Die da Allahs gedenken im Stehen und Sitzen und Liegen und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken: „Unser Herr, Du hast dies nicht umsonst erschaffen! Preis sei Dir! Bewahre uns vor der Feuerspein! (Sure Al-Imran, 191)


MIGRATION IN DER LUFT


Fische, Säugetiere und sogar einige Käferarten machen erstaunliche Wanderungen. Doch die mobilsten Tiere auf der Welt sind die Vögel. Selbst der Mensch kann sich mit Hilfe eines Flugzeuges nicht so frei bewegen, wie einige Vogelarten.

Langstreckenreisende: Vögel
Ein Albatros kann auf einem Weg, für den er nur ein Mal Nahrung aufgenommen hat und der normalerweise etwas einen Monat dauert, ohne zu landen 15.000 km fliegen. Er verwendet den Auftrieb der Wellen des Ozeans und muss nur extrem selten mit den Flügeln schlagen. Auf geraden Strecken kann niemand die Nordmeerschwalbe schlagen. Nie Nordmeerschwalben fliegen jedes Jahr vom Nordpol in die Antarktis und wieder zurück. Sie legen rund 15.000 km Strecke im Polareis zurück. Der Umfang, den die Schwalben bei ihrem Zug zurücklegen, erreicht rund 40.000 km und das entspricht quasi dem Umfang der Erde.5
Die Vögel bewegen sich am schnellsten fort, viele andere Lebewesen können nicht fliegen oder nur kriechen. Der schnellste Kurzstreckenläufer ist der Gepard, er erreicht aber nicht mehr als 80 km in der Stunde. Der schnellste Fisch im Meer ist der Fächerfisch. Auf Kurzstrecken erreicht er 105 km in der Stunde. Die Schwertschwalbe erreicht in der Stunde eine Geschwindigkeit bis zu 160 km.6
Man könnte sich vorstellen, dass so eine Geschwindigkeit über weite Strecken für einen Zugvogel sehr ermüdend sein muss. Doch das ist normalerweise nicht der Fall. Sicherlich weisen Vögel, die eine weite Reise über Land oder über Wasser zurückgelegt haben bestimmte Ermüdungserscheinungen auf. Doch wenn sie nicht gegen den Wind fliegen müssen, haben sie keine schwerwiegenden Probleme. Sie schaffen das so mühelos, dass selbst kleine Landvögel bei einem Flug über den Ozean kaum beeinträchtigt werden und wenn sie den Golf von Mexiko an der breitesten Stelle überquert haben noch weiter ihren Weg fortsetzen, wenn sie bereits wieder über Festland fliegen.7
Warum und wie die Vögel auf Wanderschaft gehen, ist seit vielen Jahren Objekt von Forschungen. Obwohl bereits viele Erfolge erzielt wurden, ist der eigentlich wichtige Faktor noch immer ein Geheimnis.
So wie bei den anderen Tieren auch, entschließen sich einige Individuen für die Wanderung, andere bevorzugen ein sesshaftes Leben. Daher können die Wissenschaftler, die der Evolutionstheorie anhängen den Ursprung der Migration nicht erklären. So sind beispielsweise die Waldgrasmücken Zugvögel, der Specht allerdings sesshaft. Der Eichelhäher ist ein Teilzieher. Wenn die Lebewesen, wie die Evolutionisten behaupten, einen solchen Mechanismus entwickelt haben, um zu überleben und sich durch verschiedene Zufälle an ihrem Körper dementsprechende Systeme entwickelt haben, warum verhalten sich dann die Mitglieder derselben Art unterschiedlich? Wie können die Sesshaften für den Fortbestand ihrer Art sorgen?
Vom Standpunkt der Evolutionisten aus lässt sich dafür keine Erklärung finden. Dabei gibt es nur eine wahre Erklärung: Die Besonderheit der Tierwanderung hat Allah erschaffen.
Die Tiere in der Natur sind ein Beweis für Allahs Weisheit, für Seine Würde und unvergleichliche Schöpfung. Diejenigen, die beharrliche diese Beweise missachten und einen anderen Schöpfer suchen als Allah, begehen einen großen Irrtum. Allah wendet Sich an diese Menschen in einem Vers folgendermaßen:
Sprich: „Er ist der Erbarmer. Wir glauben an Ihn und vertrauen auf Ihn. Ihr werdet schon noch erfahren, wer sich in offensichtlichem Irrtum befindet.“ (Sure al-Mulk, 29)

Wie beschließen die Vögel, dass die Zeit
für ihre Wanderung gekommen ist?
Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum Vögel ihre Wanderung beginnen. Aus einem oder mehreren dieser Gründe fangen die Vögel ihren Marathonflug an. Ein ausschlaggebender Grund ist die Verlängerung oder Verkürzung der Tage. Die Änderung in der Tageslänge wirkt sich auf das Hormonsystem der Vögel aus.
Bei Versuchen hat sich gezeigt, dass Tiere auf unterschiedliche Weise durch die Länge des Tages beeinflusst werden. Durch das Licht wird zuerst ein Signal an den Hypothalamus ausgesendet, den Teil des Nervenzentrums, das Hunger und Sättigung kontrolliert. Ebenso werden auch die benachbarten Hirnregionen informiert. Insbesondere die Bildung von Prolaktin, Kortikosteron und der Sexualhormone wird beschleunigt. Aufgrund der hormonalen Veränderung steigt der Appetit der Vögel. Daher nehmen sie mehr Nahrung zu sich und bauen die nötigen Fettreserven für ihre Reise auf. Sie nehmen während der Migrationszeit rund 40 Prozent mehr Nahrung auf als gewöhnlich. Die Fettreserven werden unter der Haut, in den Flugmuskeln und am Bauch gelagert. Während zu normalen Zeiten 3-5 % des Körpergewichts aus Fett besteht, steigt dies bei Zugvögeln, die kurze bis mittlere Strecken zurücklegen um 15% und bei Zugvögeln, die lange Strecken zurücklegen liegt der Wert bei 30-50 Prozent. Diese Fettreserven unterstützen zum einen die Flugmuskeln, außerdem erlebt der Vogel auch bei langen Flügen ein Minimum an Ermüdung.8
Der richtige Zeitpunkt für den Beginn der Wanderung ist sehr wichtig. Wenn ein Vogel sich im Frühling darauf vorbereitet auf Zug zu gehen und abwartet, dass in den Brutgebieten das Nahrungsangebot reichhaltig ist, so hat er nicht ausreichend Zeit, um zu ziehen, sich zu paaren, zu brüten und seine Jungen mit dem reichhaltigen Nahrungsangebot zu füttern. Die Bestimmung des Zeitpunkts für die jährliche Wanderung der Vögel ist darauf abgestimmt, dass während die Brut gefüttert werden muss, das reichhaltigste Nahrungsangebot besteht. Würde ein Vogel abwarten, bis er aufgrund der Witterungsbedingungen gezwungen ist sich im Herbst zu den Brutplätzen auf zu machen, hätte er keine Zeit mehr die notwendigen physiologischen (Energie durch Gewichtszunahme) Änderungen durchzuführen. Das bedeutet, dass die Art nicht fortgesetzt werden könnte. Doch so eine Störung kommt nie vor und die Vögel bestimmen den Zeitpunkt für ihren Zug genau passend.
Es ist offensichtlich, dass dieser noch immer nicht erschlossene Mechanismus, über den die Vögel verfügen und der einwandfrei arbeitet und sie die notwendigen Vorkehrungen für ihren Zug treffen lässt, einem tief durchdachten Plan folgt und ein erschaffenes System ist. Es wäre absurd zu glauben, dass ein so sensibles System, über welches der Vogel in seinem Körper verfügt, sich aus einer zufälligen Reihe von Mutationen entwickelt haben könnte. Das System der Zugvögel weist auf die Existenz eines Schöpfers hin, also darauf, dass Allah diese Lebewesen erschaffen hat.

Die Meisterleistung der Vögel in Bezug auf
Höhenbestimmung und Wettervorausschau
Migrierende Tiere müssen die Witterungsbedingungen vorab richtig bestimmen können. Das bedeutet, dass sie ein Meister der Meteorologie sein müssen. Die Bogongmotte in Australien ist ein gutes Beispiel hierfür. Diese Motten verbringen ihre Larvenzeit in den heißen und feuchten Tiefebenen und machen sich dann auf eine hunderte Kilometer lange Reise in die Australischen Alpen auf.
Im Frühsommer finden die Raupen auf den grünen Hochebenen ausreichend Nahrung. Wenn im Sommer die Temperaturen ansteigen, verpuppen sie sich und werden zu grau-schwarzen Motten. In dieser Zeit bevorzugen sie es, den weiten Weg in die Australischen Alpen anzutreten, bevor sie der Gluthitze standhalten müssen. Hier verbringen Millionen dieser Langstreckenreisenden ihren Sommer, verkriechen sich in Rissen im Fels oder in Höhlen und schwärmen lediglich in der Nacht aus. In dem Sommer, nachdem sie die Berge erreicht haben, werden ihre Lebensfunktionen verlangsamt und sie überleben dank der Fettreserven, die sie im Raupenstadium angelegt haben.9
Diese kleinen Lebewesen müssen die Kaltwetterfront voraussehen, welche sich Richtung Südosten bewegt und sie zu ihren Ruheplätzen auf den Gipfeln der Alpen tragen wird. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Tiere die Änderung im Luftdruck für ihre fehlerfreien Berechnungen anhand des Ionengleichgewichts in der Luft bestimmen können.
Einen ähnlichen barometrischen Sinn haben auch Vögel in ihren Ohren. Zugvögel können selbst die geringste Veränderung der Höhe wahrnehmen und sind dabei so empfindlich, dass sie sogar in 17 km Flughöhe, wenn Wolken die Sicht versperren, nicht von ihrer Route abkommen. Wenn wir dieselbe Sensibilität wie eine Taube oder Ente hätten, würden wir allein durch die Änderung des Luftdrucks wissen, in welchem Stockwerk wir uns befinden.
So hilfreich das Druckluftempfinden für seinen Flug ist, so wichtig ist auch eine treffende Wettervorhersage. Kurz vor den Winterstürmen fällt der Atmosphärendruck plötzlich ab und Vögel können diesen Abfall spüren und sich auf die bevorstehende Schwierigkeit vorbereiten. Für Tiere auf Wanderschaft wäre eine falsche Vorhersage tödlich. Die Vögel auf der nördlichen Halbkugel bereiten sich erst auf ihre Reise vor, wenn die Temperaturen steigen, der Druck sinkt und die Südwinde wehen.10

Warum ziehen die meisten
Vögel in der Nacht?
Die meisten Vögel sind tagaktiv. Doch für lange Reisen bevorzugen sie die Nacht. Kleine Vogelarten wie Watt- und Strandvögel, Fliegenschnäpper, Drosseln, die meisten Sperlingsarten, Grasmücken und Rohrsänger sind klassische Nachtzugvögel. Am Himmel herrscht in der Nacht reger Betrieb. Bei Beobachtungen mit dem Teleskop bei Vollmond wurden 9.000 Vögel pro Stunde gezählt. Diese Nachtzüge beginnen eine Stunde nach Sonnenuntergang und erreichen kurz vor Mitternacht ihren Höhepunkt um bis Tagesanbruch Stück für Stück abzunehmen.
Die Nachtwanderung bietet den Vögeln verschiedene Vorteile. Der wichtigste besteht darin, dass sie auf diese Art vor ihren Feinden geschützt sind. Die meisten Vögel, die bei Nacht ziehen, sind klein und können nicht gut fliegen. Daher ist es für diese Vögel sicherer, den Schutz der Dunkelheit zu suchen. Doch die Nachtwanderungen kann man nicht ausschließlich damit begründen. Denn auch einige Ufervögel, die gut fliegen können und über dem Ozean 3.200 Kilometer lange Strecken zurücklegen können, wählen für ihre Wanderung die Nacht.
Ein Grund dafür, dass Vögel ihren Zug bei Nacht durchführen liegt in ihrer Zeit für die Nahrungsaufnahme. Das Verdauungssystem von Vögeln, die sich für gewöhnlich tagsüber ernähren, ist sehr schnell. Daher müssen diese Vögel in kurzen Abständen Nahrung zu sich nehmen und vor dem Zug ihre Nahrung in Form von Fettreserven speichern. Wenn die kleinen Migranten ihren langen Flug am Tag antreten würden, würden sie ihren Zielort erst bei Einbruch der Nacht erreichen und müssten so den nächsten Morgen abwarten, um Futter zu finden. In diesem Fall würden sicherlich viele der Vögel wegen der Kälte und weil sie keine Energiezufuhr haben, eingehen. Daher ist es eine sehr gut geplante Handlung, wenn sich die Tiere bei Nacht auf die Reise begeben. Die Vögel ernähren sich tagsüber und legen ihre Fettreserven an, nachts ziehen sie weiter und bei Sonnenaufgang legen sie eine Pause ein, so setzt sich der Kreislauf fort.
Eine weitere Vermutung, die jedoch noch nicht bewiesen werden konnte, geht davon aus, dass der Zug in der Nacht auch wegen der geringen Umgebungstemperatur von Vorteil ist. Vögel, die den gesamten Tag über mit den Flügeln schlagen, sind im Sonnenlicht einem erhöhten Überhitzungsrisiko ausgesetzt. Bei Nacht ist diese Gefahr gebannt. Außerdem produziert auch die verwendete Energie eine gewisse Wärme. Die Vögel senken die Temperatur ab, in dem sie sehr schnell Atmen und das Wasser in Mund und Rachen verdampfen lassen und durch das Verdampfen der Feuchtigkeit auf ihrer Haut, also einer Art Schwitzen.
Die Entfernung, die Vögel ohne Pause im Flug zurücklegen können ist wahrscheinlich eher durch den Wasserverlust des Körpers als durch die Fettreserven festgelegt. Daher können sie bei einem Nachtflug von der Kühle profitieren und verlieren weniger Wasser, gleichzeitig bleibt die Körpertemperatur gering. Je weniger Wasserverlust sie erleiden, desto länger wird die Entfernung, welche sie im Flug zurücklegen können.
Aus den genannten Gründen bevorzugen Vögel es ihren Zug in der Nacht anzutreten. Natürlich gibt es auch andere Arten, deren Körper so geschaffen ist, dass sie tagsüber gut fliegen können. Enten, Kraniche, Möwen, Pelikane, Sperber und Schwalben sind beispielsweise so erschaffen, dass sie tagsüber auf Zug gehen können. Segler wie der Storch oder Geier können nur tagsüber fliegen. Denn ihre Flugtechnik ist daran gebunden, dass Wärme aufsteigt oder sie auf den Winden, die an Bergen und Hügeln entstehen, segeln.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Vögel eine Zugart suchen, die ihrem Körperbau und ihrer Lebensart am besten entspricht. Diese Lebewesen wurden von Allah erschaffen und mit den notwendigen Fähigkeiten ausgestattet. Alles was sie tun, ist ein Beweis für die Existenz und Macht Allahs. Daher bedeutet alles, was sie tun, dass sie Allah preisen. Allah hat uns folgenden Quranvers gegeben:

Siehst du denn nicht, dass Allah lobpreist, wer in den Himmeln und auf Erden ist, so auch die Vögel, ihre Schwingen breitend. Jedes (Geschöpf) kennt sein Gebet und seine Lobpreisung. Und Allah weiß, was sie tun. (Sure an-Nur, 41)

Vögel, die ebenso weite Strecken zurücklegen wie
Flugzeuge und der Vorteil einer großen Flughöhe
Einige Zugvögel fliegen in einer Höhe, die unglaublich erscheint. Der Sichelstrandläufer zum Beispiel und viele weitere kleine Zugvogelarten kann man in einer Flughöhe von 7.000 Metern beobachten, der Flughöhe von Passagierflugzeugen. Eine Vogelart wurde beobachtet, die auf 8.200 Metern Höhe fliegt. Einige Vögel erreichen sogar die Stratosphäre (eine dünne Schicht, in etwas 8-40 km oberhalb der Atmosphäre).11 Die Streifengans überfliegt in 9.000 m Höhe, nahe der Stratosphäre, den Himalaja.12
Es ist nicht ganz bekannt, nach welchen Faktoren Vögel ihre Flughöhe bestimmen. Doch der hohe Flug sichert den Vögeln einige Vorteile. So können sie zum einen die Form eines bekannten Ortes besser bestimmen, zum anderen wird ihre Sichtweite nicht durch Nebel oder Wolken verringert, sie überwinden auch physikalische Hindernisse. Einige Vögel fliegen beispielsweise besonders hoch, um den Wasserverlust zu verringern. Denn in großer Höhe ist die Luft kühler und das bedeutet, dass die Vögel weniger Wasser verlieren.13
Man könnte sich vorstellen, dass der Flug in großer Höhe für die Zugvögel nicht nur Vorteile bietet, sondern auch Nachteile. Beispielsweise ist der Sauerstoffgehalt in der Luft in diesen Höhen drei Mal geringer als auf dem Meeresspiegel. Doch die Vögel haben keinerlei Schwierigkeiten dabei, denn ihr Körper ist genau passend für den Flug in großer Höhe erschaffen. Gänse und andere Vogelarten verfügen über ein besonders ergiebiges Hämoglobinmolekül, was ihnen ermöglicht viel Sauerstoff zu speichern, wodurch sie den geringen Sauerstoffgehalt der Luft ausgleichen können. Außerdem haben sie ausgesprochen viele Adern, mit denen sie während des Fluges den Sauerstoff in ihre Flügel transportieren. Außerdem ermöglicht es der Luftsack, eine spezielle Anordnung in den Lungen der Vögel, dass die Luft in einer Richtung in den Lungen beständig in Bewegung ist, wodurch immer eine Versorgung mit Frischluft stattfindet. So kann der Sauerstoffgehalt der Luft am effektivsten genutzt werden.
Wie die Zugvögel der Kälte standhalten können, ist noch immer ein Rätsel. In diesen Höhen kann die Temperatur auf -50° C sinken und die Zugvögel können gezwungen sein, über einige Tage in diesen eisigen Bedingungen ausharren zu müssen.14
Jedes Lebewesen ist so erschaffen, dass es den Schwierigkeiten, denen es im Laufe seines Lebens begegnet, standhalten kann. Die Gänse verdanken es ihrem besonderen Körperbau, dass sie in dieser Höhe, wo so wenig Sauerstoff zur Verfügung steht und einige vor Kälte ihr Leben verlieren würden, fliegen können. Diese Struktur ist nicht durch einen natürlichen Mechanismus, nicht durch Zufall, kurz gesagt durch „Evolution“ entstanden. Es ist Allah, der Höchste und Allmächtige, Der sie mit allen ihren fehlerfreien Besonderheiten erschaffen hat. Allah kennt den Anfang und das Ende von allem und hat alle Lebewesen zwischen Himmel und Erde mit in jeder Hinsicht perfekten Eigenschaften erschaffen:

Er ist der Schöpfer der Himmel und der Erde, und wenn Er eine Sache beschließt, spricht Er nur zu ihr „Sei“ und sie ist. (Sure al-Baqara, 117)

Der Vorteil von zusätzlichen
Fettreserven beim Fliegen
Wie wir bereits zuvor festgestellt haben, nehmen die Vögel vor ihrer Reise besonders viel Nahrung zu sich und speichern diese in Form von Fett, da dies einen idealen Brennstoff darstellt. Bei der Verbrennung von einem Gramm Fett wird doppelt so viel Energie freigesetzt als bei derselben Menge an Protein oder Kohlehydraten, während ihrer Reise verwenden sie die Fettreserven. Doch dieses Zusatzgewicht, welches die Vögel mit sich tragen, bringt auch einige Schwierigkeiten. Der Sterntaucher beispielsweise trägt eine Extralast in Form von Fett die 90% seines Körpergewichts ausmacht. Diese Vogelart verbrennt Stück für Stück seinen Fettvorrat, während sie 24 Stunden lang ohne Pause zu machen ihren Zug fortsetzt.
Damit die Vögel diese zusätzliche Last in einer bestimmten Höhe transportieren können, verbrennen sie eine nicht unerhebliche Menge an Energie. Daher ist es die beste Lösung, wenn sie die nötige Höhe erreicht haben, ihren Flug ohne Unterbrechung fortzusetzen, bis die Reserven verbrannt sind. Denn wenn der Vogel auf dem Boden landet, ohne diese Energiereserven zu nutzen, setzt er sich einem erheblichen Risiko aus. Er würde sich durch eine Landung beispielsweise dem Risiko aussetzen, dass er nicht genügend Nahrung findet, bis er seinen Flug fortsetzen muss. Daher ist es für Vögel immer von Vorteil, wenn sie mit Hilfe ihrer zusätzlichen Fettreserven fliegen.15
Ziehende Watt- und Strandvögel nehmen jedes Jahr eine beschwerliche Reise von 12.000 km auf sich. Diese Strecke, die sie im Laufe ihres Lebens zurücklegen, kommt einem Flug zum Mond und wieder zurück gleich.
Wenn sich der Monat März nähert, fangen die Strandvögel an, sich darauf vorzubereiten, zu ihren Brutplätzen in Sibirien zu fliegen. Zuerst beginnen sie, sehr viel Nahrung aufzunehmen. Und zwar dergestalt, dass ein Vögelchen mit der Größe eines Glases pro Tag jeweils an die 40.000 wirbellose Tiere essen kann. Tag und Nacht essen sie insgesamt acht Stunden, vier Stunden ruhen sie und dadurch legen sie Fettreserven in Höhe von 50 bis 100 Prozent ihres Körpergewichts an.16 Im April oder Mai treten sie ihren Zug an. Drei Tage und drei Nächte fliegen sie ohne Pause und legen pro Tag eine Entfernung von rund 1.500 km zurück. Am Ende dieses Fluges sind alle Fettreserven aufgebraucht. Auf ihrer Flugroute machen sie in Japan, China und Russland rast, um in bestimmten Regionen ihre verlorenen Brennstoffreserven wieder aufzufrischen. Während ihres Zuges nehmen sie einige Male an Gewicht zu, um es dann wieder zu verlieren. Nach einer unglaublichen Strecke von 12.000 km erreichen sie zu Beginn des Monats Juni Sibirien.
Der amerikanische Regenvogel folgt einer Route von Neuschottland Richtung Südamerika und legt eine Strecke von 3.840 km zurück. Dabei fliegt er rund 48 Stunden ohne Unterbrechung. Obwohl diese Reise sehr beschwerlich ist, verbraucht der Vogel dabei lediglich vier Gramm Fett. Der nur vier Gramm schwere rubinrote Kolibri überfliegt den Golf von Mexiko mit einem einzigen Flug von 800 km Länge und verliert dabei weniger als ein Gramm Fett.17
Viele Menschen wissen noch nicht einmal um die Existenz dieses kleinen Vogels, doch wenn wir ihn näher betrachten stellt sich heraus, dass es sich dabei um ein außerordentliches Wunder der Schöpfung handelt. Er führt seine Reise unter Bedingungen durch, die für den Menschen zweifelsfrei tödlich wären. Alle diese Besonderheiten der Vögel hat Allah erschaffen. Diese Lebewesen sind die Offenbarung von Allahs grenzenlosem Verstand und Wissen.

Die kürzeste Strecke finden
Neben der Richtungsbestimmung haben Vögel auch die Fähigkeit der Navigation. In der Seefahrt drückt der Begriff Navigation die Wissenschaft und Kunst der Techniken und Methoden aus, ein Schiff von einem Ort zum anderen zu bringen. Während die Richtungsbestimmung so definiert ist, dass sie einen Organismus „nach Hause“ bringt, besagt der Begriff Navigation, dass auf einer „Karte“ die Position festgestellt wird und dadurch der Weg Richtung „Haus“ eingeschlagen wird. Wie wir bereits zuvor festgestellt haben, haben Versuche mit Vögeln gezeigt, dass diese über eine besonders gut ausgebildete Fähigkeit der Navigation verfügen. Einer davon ist der Schwarzschnabel-Sturmtaucher (Puffins Puffins). Er wurde bei Versuchen aus seiner Heimat in Galler genommen und 5000 km den Ozean hinab in Boston freigesetzt. Nach 12 Tagen waren die Vögel wieder zu ihrem Ursprungsgebiet zurückgekehrt.18
Bei der Richtungsbestimmung verwenden die Vögel unterschiedliche Hinweise. Wenn einer der Hinweise nicht zur Verfügung steht, greifen sie auf einen anderen zurück. Vögel können im Allgemeinen Oberflächenformen wie die Uferführung, Flüsse oder Berge als Zeichen deuten. Außerdem haben Versuche viele Anhaltspunkte dafür geliefert, dass sie auch die Sonne und die Sterne nutzen. Um zu verstehen, wie komplex der Orientierungssinn der Vögel gestaltet ist, lohnt sich ein kurzer Blick auf einen Vogel namens Langbein in Sibirien zu werfen.
Im Frühjahr machen sich diese Vögel von Westafrika, wo sie den Winter verbracht haben, auf zu ihrem Lebensraum in Sibirien. Sie fliegen entlang des östlichen Atlantik ohne Pause eine Strecke von rund 4.300 km, bis sie das Wattenmeer in Dänemark erreichen. Nach einer kurzen Zeit der Erholung machen sich die Tiere von hieraus erneut auf den Weg und fliegen ohne Unterbrechung nach Sibirien.
Die Wanderung der Vögel ist in der Grafik mit den Routen A - B - C dargestellt. Es ist ohne Frage eine außergewöhnliche Besonderheit, dass die Vögel Regionen in so weiter Entfernung finden können. Doch wenn man den Weg, den die Vögel zurücklegen näher betrachtet, erkennt man eine weitere erstaunliche Fähigkeit.
Zwischen den Punkten A und C in der Graphik sind zwei Routen aufgezeichnet. Wie man sieht ist dieser sehr viel kürzer ist diese durchgezogene Linie sehr viel kürzer als die gestrichelte Linie auf den Routen A-B-C. Die A-B-C Linie scheint die kürzeste Verbindung zwischen A und C zu sein. Wenn wir einen Vergleich anstellen würden, so würde das zwei Punkten, die wir auf einer Orange aufgezeichnet haben, ähneln.
Die Route, die mit einer gestrichelten Linie dargestellt ist, zeigt den Weg von A nach C, wenn man einem Kompass folgen würde. Mit anderen Worten, ein Pilot, der sich in der Stadt A befindet, richtet seinen Kompass auf die Stadt C aus und folgt seinem Kompass ohne Abweichung und erreicht letztendlich die Stadt C. Diese beiden unterschiedlichen Routen sind in der Seefahrt seit langer Zeit unter zwei unterschiedlichen Begriffen bekannt. Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten auf der Welt wird wie oben gezeigt als „Orthodrome“ bezeichnet. Wenn man jedoch von zwei verschiedenen Punkten ausgeht und mit Hilfe eines Kompasses von einem zum anderen gelangt, dann erhält man eine andere Route, die als „Loxodrome“ bezeichnet wird. Weil die Meridiane nicht gerade sind, sondern sich an den beiden Polen vereinigen, ist eine Strecke, die mit der Loxodrome zurückgelegt wird, im Vergleich zum „geraden“ Weg „oval“ und daher länger.
Die Loxodrome wurde erstmals im Jahr 1550 von Pedro Nunes aufgezeichnet und es wurde davon ausgegangen, dass es sich dabei um die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten handelt. Über einen langen Zeitraum konnte sich dieser Glaube halten. Mit anderen Worten, man dachte, dass die „Loxodrome“ und die „Orthodrome“ dasselbe sind. Doch nach vielen Jahren wurde der Unterschied deutlich. Doch erst im 19. Jahrhundert war es möglich, dass Schiffe auf ihren Routen der Orthodrome statt der Lexodrome folgten.19
Doch die Langbeinvögel in Sibirien folgen – auf eine Art, die Wissenschaftler zutiefst erstaunt – nicht der Loxodrome, die sich durch einen Kompass bestimmen lässt, sondern wählen den viel kürzeren und effektiveren Weg der Orthdrome, der sich allerdings sehr viel schwieriger bestimmen lässt. Es ist sehr kompliziert, diese Route zu bestimmen. Denn wenn man die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten auf einer Kugel sucht, dann kann man diese Linie nur entdecken, wenn man sie rund zeichnet. Wenn es beispielsweise recht einfach ist auf einer Orange die Verbindung zwischen zwei Punkten zu finden, ist es doch nicht möglich herauszufinden, welches die kürzeste Strecke von unserem Standort nach Sydney ist. Ebenso wenig kann ein Vogel, der sich an Punkt A befindet, egal wie hoch er aufsteigt, nicht visuelle feststellen, welches die beste Route zum viele Kilometer entfernten Punkt C ist.
Doch Vögel können den kürzesten Weg zu einem Ort (also die Orthodrome) ohne ihn zu sehen sehr viel besser finden, als ein Pilot mit einem Kompass. Forschungsergebnissen zu folge meistern die Vögel dies dank ihres „Sonnenkompasses“. Die Vögel, die am Punkt A ihre Reise antreten, müssen wann immer sie Richtung Osten einen Meridian kreuzen, von ihrer Route um 1° abweichen. Man geht davon aus, dass die Vögel dabei die ständig wechselnde Position der Sonne verwenden und die Abweichung, die durch die überquerten Meridiane entsteht, durch den Stand der Sonne ausgleichen. Dank dieser komplizierten Navigationsfähigkeit können Vögel die Risiken und den Energieverbrauch auf ihrer Reise auf ein Minimum reduzieren. Wenn wir so wie die Vögel mittels des Sonnenkompasses den kürzesten Weg zu finden versuchen, so gelingt das lediglich durch komplizierte mathematische Berechnungen:
In dem Kästchen unten ist dargestellt, wie man die kürzeste Strecke auf einer runden Oberfläche, also die Orthodrome, berechnen kann.20
Für die meisten Menschen ist diese komplizierte mathematische Formel nicht nachvollziehbar. Doch die als sibirische Langbeinvögel bekannten Tiere können der Route, die im Ergebnis dieser schwierigen Berechnungen entsteht, ohne Probleme folgen.
Dass ein Vogel einer Route folgt, die durch komplizierte mathematische Berechnungen deutlich wird, lässt sich nicht mit einem genetischen Programm erklären, das sich aus Zufall entwickelt hat. Zu Grunde liegen hierbei komplexe Daten und das zeigt uns, dass es sich um eine bewusste Handlung, nicht durch um ein Zufallsergebnis handelt. Allah wendet Sich an diejenigen, die versuchen das Gegenteil zu beweisen, mit folgendem Vers:

... Wollt ihr mit mir über Namen streiten, mit denen ihr (eure Götzen) benannt habt, ihr und euere Väter, und wofür euch Allah keine Befugnis gab? So wartet nur. Seht, ich warte mit euch.“ (Sure al-Araf, 71)

Die Vorteile der Schwarmbildung
Die meisten Zugvogelarten rotten sich für ihre Migration in Schwärmen zusammen. Für Feinde haben diese Schwärme eine abschreckende Wirkung. Radarüberwachungen haben gezeigt, dass Zugvögel, die am Tag ziehen eher zur Schwarmbildung neigen, als die, die ihre Reise bei Nacht antreten. Um sich gegen Feinde zu schützen, wird wahrscheinlich ein Schwarm gebildet. Die Vögel haben eine Arbeitsteilung und ein Kommunikationssystem untereinander. Denn Allah hat in einem Vers mitgeteilt, dass die Vögel über eine „Gemeinschaft“, also Völker verfügen, wie die Menschen.

Keine Tiere gibt es auf Erden und keinen Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht Völker wie ihr sind. Nichts haben Wir in dem Buch übergangen. Letztlich werden sie zu ihrem Herrn versammelt. (Sure al-An’am, 38)

Damit die erwachsenen Tiere gleichzeitig mit den Jungen fliegen können, wenden Zugvögel eine spezielle Methode an. Wenn die Jungen geboren sind, haben sie noch nicht die Kraft und Fähigkeit, auf Wanderschaft zu gehen. Doch sie dürfen den Schwarm nicht verpassen. Daher verlieren die Eltern während die Jungen aufwachsen ihr Gefieder. So können auch sie nicht fliegen. Sobald die Jungen die Fähigkeit erlangen zu fliegen, wachsen auch bei den Elterntieren die Federn nach. Dank dieses Wunders können die Eltern und ihre Jungen sich gemeinsam auf den Weg machen.21 Wenn zwei voneinander unabhängige Körper sich gleichzeitig verändern, so ist das kein Zufall, sondern ein wunderbares Ereignis. Es ist ein Beispiel für die Existenz Allahs, Der alles weiß und alles auf die schönste Art und Weise und in Harmonie zueinander erschaffen hat.


Seht ihr denn nicht, wie Allah einen über dem anderen sieben Himmel erschaffen. Und in sie den Mond als Licht und die Sonne als Leuchte gesetzt hat? (Sure Nuh, 15-16)

Warum fliegen Vögel in Form eines „V“?
Vögel, die sich im Schwarm bewegen, bilden eine Formation in Form eines „V“. Bei einem Flug in V-Formation wird der Luftwiderstand auf die hinteren Tiere durch die vorderen abgeschwächt. Auf diese Weise wird Energie eingespart und Vogelschwärme können sich normalerweise schneller fortbewegen als einzelne Individuen.
Während der Migration hat jeder Vogel gleich viel Luft zu verdrängen, wie der neben ihm. Der Vorteil dieser Flugform besteht in dem, was Piloten als „Tragflächenwirbel“ bezeichnen.
Bei dem Start eines Flugzeugs schaukeln die Flügel am meisten, doch gleichzeitig sind sie auch für das Gleiten verantwortlich. Die Luft, die über den Flügel strömt, wird über den Flugzeugrumpf nach innen geleitet. Gleichzeitig strömt die Luft, die unter den Tragflächen verdrängt wird, nach außen. Diese beiden Luftströmungen bilden wenn sie das Heck erreichen eine Luftströmung, die zu den Tragflächenenden zurückströmt. Das wird als „Tragflächenwirbel“ bezeichnet. An feuchten, kalten oder nebligen Tagen kann das von den Reisenden, die in der Nähe der Tragflächen sitzen, beobachtet werden.22 Auf beiden Seiten der Flügel bildet sich solch ein Wirbel. Der Luftstrom bildet sich aus dem hohen Druck unterhalb der Flügel und dem niedrigen Druck darunter. Normalerweise strömt der hohe Luftdruck in Richtung des niedrigen Luftdrucks und dadurch entsteht eine Strömung nach oben. Die Vögel folgen auf ihrer Reise genau dieser Strömung.
Würde der Vogel direkt hinter einem anderen Vogel fliegen, so müsste er wie bei einem Radrennen beständig gegen den Sog nach unten ankämpfen. Während des Fluges käme das damit gleich, dass er beständig versuchen müsste einen Gipfel zu erklimmen. Solange sich die Flügel nicht in die Quere kommen, ist es für die Vögel daher von Vorteil, wenn sie nebeneinander fliegen. Auf diese Weise kann der Vogel den maximalen Effekt ausnutzen, allerdings mit einem Flügel. Daher muss die Flanke gerade gehalten werden und nahe am Flügel der anderen Vögel fliegen.
Vögel, die eng zusammen fliegen, können auf eine Weise fliegen, bei der sie von der Aufwärtsströmung, die durch den Nebenvogel produziert wird, nach oben gehoben werden und verbrauchen so weniger Energie.
Daher drängt sich folgende Frage auf: Warum fliegen sie nicht in einer Linie, aber in Form eines V?
Die Antwort auf diese Frage macht eine Opferbereitschaft deutlich, welche die Vögel füreinander aufbringen. Eine gerade Linie würde nicht für alle Vögel dieselbe Ersparnis an Energie bedeuten. Die Vögel in der Mitte sind bei so einer Formation im doppelten Vorteil gegenüber denen am Rand. Das liegt daran, dass die Vögel, die in der Mitte sind, von den benachbarten Vögeln auf beiden Seiten profitieren. Die V-Form gleich dies aus. Bei einer geradlinigen V-Formation verbraucht jeder Vogel dieselbe Menge an Energie. Falls einer der Vögel aus dem Verband weiter vor fliegt, bemerkt er sofort, dass er mehr Kraftaufwand benötigt und verlangsamt seinen Flug, bis er wieder mit den anderen Vögeln in einer Reihe ist. Die V-Formation bleibt immer im Gleichgewicht und auch junge Vögel, die dem Flug neu hinzukommen, gewöhnen sich schnell an die Form.
Die Ersparnis an Energie dank dieser Flugform ist offensichtlich. Wissenschaftlichen Berichten zufolge wird im Vergleich zum Einzelflug 70% Energie gespart, wenn 25 Vögel gemeinsam in dieser Form fliegen. Gleichzeitig ist beim Formationsflug die Geschwindigkeit um 24% reduziert, was dem Vogel ebenfalls einen Vorteil bringt.23 Wie wir sehen, folgt jedes Detail in der Natur einem Verstand, Plan und Herz. Das ist ein Zeichen für die Herrschaft Allahs über die Natur:

Allah ist es, Der sieben Himmel erschaffen hat und vor der Erde ebensoviel. Der Befehl steigt zwischen ihnen herab, damit ihr wisst, dass Allah Macht über alle Dinge hat und dass Allah alle Dinge mit Seinem Wissen umfasst. (Sure at-Talaq, 12)

Durch die V-Formation erleichtern es sich die Vögel gegenseitig. Außerdem sorgen die Vögel dafür, dass keine kranken oder schwachen Vögel am benachteiligten Ort an der Spitze der V-Formation fliegen, damit diese zusätzliche Kraft sammeln können. Dass Tiere dafür sorgen, dass andere es einfacher haben, ist eine der offenen Frage, welche die Evolutionisten mit ihrer Vorstellung, dass Tiere egoistisch sind und nur an den eigenen Vorteil denken, nicht erklären lässt. Allah hat alles Belebte und Unbelebte auf Erden, einschließlich der Zugvögel, erschaffen und kennt auch alle ihre Bedürfnisse. Die Vögel folgen der Inspiration Allahs und machen die Beweise der Schöpfung deutlich und strafen die Aussagen der Evolutionstheorie lügen.
Warum bemühen sich die Vögel den anderen auf einer anstrengenden Reise über tausende Kilometer eine Energieersparnis zu ermöglichen? Warum wechseln sich die Vögel mit der Führungsposition ab? Warum macht keiner je dabei ein Problem oder zerstört die Ordnung?
Laut den Aussagen der Evolutionisten wäre zu erwarten, dass jedes Lebewesen nur an seinen eigenen Vorteil denkt und dementsprechend handelt. Doch das ist nicht der Fall und die Vögel sorgen durch gegenseitige Unterstützung dafür, dass sie ihre lange Reise ausgesprochen angenehm durchführen können. Allah inspirierte alle Lebewesen zu ihrem Tun und diese neigen ihr Haupt vor ihrem Schöpfer, Allah, indem sie Seine Gebote befolgen.

PERFEKTE TREIBSTOFFERSPARNIS BEI VÖGELN

Die NASA hat eine Erklärung abgegeben, dass sie gemeinsam mit Boeing und UCLA ein Ingenieurteam zusammengestellt hat, welches eine Methode entwickeln soll, um den Luftwiderstand während des Fluges zu verringern und so Energie zu sparen. Das Team wird sich dabei an dem seit Millionen von Jahren bewährten System der Vögel orientieren.
Sollte dieses Projekt (Autonomous Formation Flight-AFF) von Erfolg gekrönt sein, würde dies eine erhebliche Ersparnis im jährlichen Treibstoffverbrauch zur Folge haben. Gerard Schkolnik, der Leiter des Dryden Flugforschungsinstituts der Nasa in Edward/Kalifornien, betont die Bedeutung dieses Projekts. Jährlich könnten bei Interkontinentalflügen der Handelsfluglinien pro Flugzeug 500.000 Dollar eingespart werden.1
Das Prinzip von AFF besteht darin, den Energievorteil, der einem Vogel entsteht, auf Flugzeuge zu übertragen und dadurch den Spritverbrauch zu senken. Das hintere Flugzeug oder auch der Vogel versuchen, von den Wirbeln zu profitieren, die durch das voraus fliegende Flugzeug oder Vogel entstehen und in einer solchen Position zu fliegen, dass der Energiebedarf verringert wird.
Seit Jahren wissen Wissenschaftler, dass ein Vogel, der in V-Formation fliegt, weniger Energie verbraucht, als ein Vogel, der alleine fliegt. Sie gehen davon aus, dass sie auf ähnliche Art und Weise auch bei den Flugzeugen den Luftwiderstand verringern können. Daher wurde ein Projekt durchgeführt, bei dem zwei F/A-18 Flugzeuge die Zugvögel imitierten und das hintere Flugzeug dabei eine Treibstoffersparnis von 10 Prozent erhielt.2

1- „Technology Emerging to Save Billions in Air-Fuel Costs,“ David Greenberg, Los Angeles Business Journal, 28. Mai 2001.
2- (http://www.dfrc.nasa.gov/Newsroom/X-Press/stories/092801/res_aff.html)

Der Vorteil von langen
Flügeln bei Zugvögeln
Zugvögel haben im Vergleich zu nicht ziehenden Vögeln längere Flügel. Das verhindert den Auftrieb an der Flügelspitze und sorgt für eine bessere Verdrängung. Die Flügelfläche und das Körpergewicht stehen in einem ausgeglichenen Verhältnis. Außerdem sind die Hauptfedern auf den Innenseiten so wohl wie auf den Außenseiten (die beim Flügelschlag den Stoß nach vorne hervorrufen) bei den Zugvögeln länger. Während die Enden der Flügel der einen abgerundet sind, sind die der anderen spitz zulaufend.
Das kann man an vielen Zugvögeln beobachten. Der Schwarznackenpirol verfügt beispielsweise über solche spitz zulaufenden Flügel und ist ein Zugvogel, der zwischen Sibirien und Indien wandert. Auch Albatrosse, Falken, Schwerschwalben und viele andere Strand- und Meeresvögel, die weite Wege zurücklegen, haben spitz zulaufende Flügel.24

Der Hubvorteil bei aerodynamisch
gebogenen Flügeln
Es gibt einen sehr wichtigen Grund, warum die Flügel der Vögel gekrümmt sind. Wenn man genau darauf achtet, sind auch die Tragflächen von Flugzeugen leicht geneigt. Lassen Sie uns zuerst die Bauart der Flugzeuge näher betrachten. Der Flügel wurde so entwickelt, dass er für das Fliegen geeignet ist und hat eine bestimmte Form, die als Airfoil bezeichnet wird. Flügel in dieser Form sieht man auch bei Ventilatoren und Turbinen. Die Airfoilform sorgt für eine Hubkraft, wenn in der Umgebung ein Luftstrom ist. Ein Airfoil hat vorne ein dickes, rundliches Hauptende und auf der Rückseite ein dünnes, schwanzähnliches Ende. Sowohl die Unter- als auch die Oberseite vom vorderen Ende bis hin zum spitzen Ende ist gebogen. Normalerweise ist die obere Oberfläche stärker gebeugt als die untere. In der Luftfahrtsprache bezeichnet man eine solche gebogene Oberfläche als „Kammer“.
Ein Airfoil nutzt den Vorteil des Gesetzes von Bernoulli. (Laut dem Gesetz von Bernoulli verringert sich der Druck, wenn die Fließgeschwindigkeit einer Flüssigkeit steigt.) Weil die Oberseite des Flügels im Vergleich zur Unterseite über mehr dieser „Kammern“ verfügt, fließt die Luft oberhalb des Flügels schneller als darunter. Das bedeutet, dass der Druck oberhalb geringer ist als unten. Dieser Druckunterschied bewirkt das Abheben vom Boden.25

Der Vorteil, beim Fliegen
den Wind auszunutzen
Das Wetter, insbesondere die Temperatur, beeinflusst die Zeit vor der Migration. Radarüberprüfungen im Frühling und im Herbst haben gezeigt, dass die Witterungsbedingungen eine wichtige Rolle für die Bestimmung des Zeitpunkts der Migration spielen. Einer der wichtigsten Einflussfaktoren ist der Wind: die Südwinde im Frühling und die Nordwinde im Herbst. Um die Zugrichtung leicht bestimmen zu können, ist klares Wetter ein zweiter wichtiger Faktor.
Segler wie Falken, Fischadler, Adler und Geier sind von günstigen Windbedingungen für ihre Migration besonders abhängig. Für die Falken, die im Herbst entlang der Gebirge im Osten der Vereinigten Staaten ihre Wanderschaft durchführen, ist für die Sicht der beste Tag zwei Tage nach Durchzug einer Kaltfront. Denn an solchen Tagen herrscht auf den Berghängen ein Nordwestwind, der den Vögeln für ihren Segelflug von Norden nach Süden Aufwind verleiht. Zugvögel können auch aufgrund der unterschiedlichen Thermik der Erdoberfläche segeln. Es wurde berechnet, dass das Fettpolster von 100 Gramm, welches ein Falke mit einer breiten Spannweite vor der Migration angesammelt hat, innerhalb von fünf Tagen aufgebraucht wäre, wenn er mit den Flügeln schlagen würde. Doch die Fettreserven reichen für 20 Tage, wenn der Vogel den thermalen Aufwind nutzt und im Segelflug bis zum nächsten Aufwind gleitet. Das reicht für die Energieversorgung auf der rund 5.000 km langen Reise von den neotropischen Gebieten aus.
Einige Vögel, die lange Reisen antreten, nutzen die Wirbel, die aufgrund der aufsteigenden warmen Luft entstehen. Schwäne, Kraniche und Pelikane nutzen diese unsichtbaren Fahrstühle, um ohne viel mit den Flügeln schlagen zu müssen die notwendige Höhe zu erreichen und um dort wiederum ohne mit den Flügeln zu schlagen zu segeln. Auf dise Weise können sie ohne viel Mühen eine Strecke zwischen zwei Kontinenten zurücklegen.
Wärme sendet ein Kurzfrequenzsignal aus, welches Zugvögel über drei Kilometer hören können. Diese Kurzfrequenzsignale helfen den Vögeln auch auf andere Art und Weise bei ihrer Reise. Sie können auch das Aufschlagen der Wellen auf den Fels bereits aus weiten Entfernungen hören. Doch aus einer bestimmten Entfernung verringern sich die hohen Frequenztöne und das Geräusch der Wellen verringert sich. Aus noch weiterer Entfernung verschwinden die Geräusche ganz. Hätten wir einen genauso feinen Gehörsinn wie die Vögel, könnten wir sogar Geräusche vernehmen, die aus mehreren hundert Metern Entfernung stammen. Diese für uns unmögliche Eigenschaft verdanken die Vögel dem Infralaut (ein Niederfrequenzton, mit einer Wellenlänge pro 10 Sekunden). Auf dieser Frequenz kann sich ein Ton fast ohne Einschränkung bewegen. Neben den Infrageräuschen des Ozeans können sie auch Geräusche aus weiter entfernten Geräuschquellen hören, wie beispielsweise den Wind an den Berghängen und den Sand, der in der Wüste verweht wird, hören. Es ist möglich, dass Zugvögel anhand der Veränderung der weit entfernt liegenden Geräuschquellen ihre Route bestimmen, indem sie diese als akustische Landkarte verwenden.26

Die Vorteile, die auf der Rückreise
genutzt werden
Die meisten Zugvogelarten treten ihre Rückreise im Frühling an. Doch sie folgen dabei nicht der Route, die sie im Herbst eingeschlagen haben, sondern fliegen eher in Form einer Ellipse. Forscher, die sich mit der Migration der Vögel beschäftigen, gehen davon aus, dass die unterschiedlichen Routen im Sommer und im Winter hauptsächlich ernährungsbedingt sind. Denn Beobachtungen haben gezeigt, dass diejenigen, die denselben Weg zurückgenommen haben, kein Futter fanden, nicht zurückkehren konnten oder sich nicht vermehrt hatten.

Wie bestimmen Vögel
ihre Richtung?
Vögel, die von einem Ort zum anderen ziehen, kennen sowohl das Klima an ihrem Ausgangspunkt, als auch an ihrem Zielpunkt und verhalten sich dementsprechend. Dafür müssen sie viele Punkte in ihre Berechnungen einbeziehen. Die Entfernung zu dem Gebiet, in welches sie ziehen, wie schnell sie fliegen müssen, um dieses zur rechten Zeit zu erreichen oder welche Route sie einschlagen müssen...
Es konnte noch nicht herausgefunden werden, anhand welcher Anhaltspunkte die Vögel ihre über mehrere tausend Kilometer weit entfernten Überwinterungsplätze ausmachen. Doch die Forschung hat einige Vermutungen nahe gelegt. Man geht davon aus, dass die Vögel bei ihrer Richtungsbestimmung Anhaltspunkte aus der Umgebung, wie Veränderungen des Magnetfeldes auf der Erde, die Sonne und die Sterne am Himmel, die Richtung starker Winde und einige Gerüche verwenden.
Doch jüngste Radarüberprüfungen haben gezeigt, dass die Vögel weit über den Wolken fliegen. Aus dieser Höhe und aufgrund der Wolken ist es nicht möglich, die Erdoberfläche zu erkennen und daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Vögel die Oberflächenstruktur zur Richtungsbestimmung verwenden sehr gering. Daher geht man davon aus, dass die Vögel über eine Möglichkeit verfügen, auf Veränderungen im Magnetfeld der Erde zu reagieren und dieses für ihre Richtungsbestimmung einsetzen. Die Gehirnzellen von Vögeln enthalten Magneten (ein Mineral, welches auf natürlichen Magnetismus reagiert). Bei verschiedenen Versuchen wurden Vögeln kleine Magnete an den Kopf gebunden und die Vögel dann verfolgt. Es hat sich gezeigt, dass diese Vögel in ihrer Fähigkeit der Richtungsbestimmung empfindlich behindert wurden und diese Tiere haben auf das künstlich veränderte Magnetfeld reagiert. Zweifelsohne ist es kein Zufall, dass sich in den Gehirnzellen ein Magnetismus befindet, sonder eine zielgerichtete Anlage der Natur.
Eine weitere Erklärung ist der Geruchssinn. Tatsächlich ist der Geruchssinn der Vögel schwächer als der anderer Tiere ausgebildet. Doch die Forschung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass einige Arten über einen entwickelten Geruchssinn verfügen. Diese Zugvögel sind der Grund, warum die These, dass einige Arten ihren Weg mittels des Geruchssinns finden, in den Raum gestellt wurde.
Unter all diesen Möglichkeiten scheint das Magnetfeld der Erde der zuverlässigste Wegweiser zu sein. Es wird niemals von Wolken bedeckt, geht bei Nacht nicht verloren und ändert nicht seine Position. Versuche in diesem Bereich haben die Annahme, dass die Tiere bei ihren Reisen vom Magnetfeld profitieren, bestärkt. Zur Veranschaulichung können wir einen Versuch betrachten, der mit Brieftauben durchgeführt wurde.
Die Felstaube (Rock Dove) kann als Wildform der Brieftaube betrachtet werden. Sie ist nicht sonderlich wanderfreudig und verbringt ihr Leben in einem relativ eingeschränkten Bereich. Doch wenn man diese Tiere von ihrem Lebensraum über mehrere tausend Kilometer weit entfernt, so können sie von dort aus ihre Heimat wieder finden.
Bei Versuchen mit Brieftauben wurde beobachtet, dass diese immer, wenn sie ihr Gebiet verlassen, ein letztes Mal über ihren Behausungen kreisen, um sich deren Lage einzuprägen. Um herauszufinden, wie wichtig es für die Vögel ist, die Umgebungsmerkmale wieder zu erkennen, wurden den Tauben bei Versuchen Linsen auf die Augen gelegt, welche die Sichtweite der Tiere auf ein bis zwei Meter reduzieren. Doch die Vögel haben dennoch nach Hause gefunden. Daraufhin wurde die These aufgestellt, dass die Tiere den Weg finden, weil sie die Wärme der Sonne spüren. Doch sie fanden ihr Zuhause auch an kalten Wintertagen, an denen keine Sonne schien. Doch wenn man den Vögeln Magneten anhängte, die die Strahlung des Erdmagnetfeldes störten, konnten sie ihren Weg nicht mehr finden. Damit wurde bewiesen, dass Vögel das Erdmagnetfeld als Wegweiser nutzen. Doch bis heute ist nicht ganz geklärt, wie sie dieses wahrnehmen. In den vergangenen Jahren wurden sowohl in den Schädelknochen als auch im Nackenbereich kleine magnetische Teilchen festegestellt.27
Es besteht noch viel Forschungsbedarf, um herauszufinden, wie genau die Vögel ihre Richtung bestimmen können. Das ist ein sehr geheimnisvolles und spannendes Arbeitsfeld. Doch egal, zu welchem Ergebnis man dabei gelangt und welche Methode die Vögel verwenden, es ändert nichts an dem Wunder, das sich dahinter verbirgt.
Wenn ein Vogel seine Richtung anhand der unterschiedlichen Strahlung des Erdmagnetfeldes ausrichtet, muss sich in seinem Körper eine Struktur befinden, mit welcher er die Strahlungsunterschiede messen kann. Das wirft einige Fragen auf. Haben diese Tiere dieses System seit sie existieren oder hat es sich, wie die Evolutionisten dies behaupten, durch eine Reihe von zufälligen Mutationen entwickelt, weil die Tiere Bedarf danach hatten? Es ist unmöglich zu glauben, dass ein System, mit dessen Hilfe man das Magnetfeld der Erde bestimmen und bewerten kann, sich aus einer Reihe von genetischen Fehlleistungen in Form von Mutationen entwickelt haben könnte. Außerdem verfügen auch Tiere, die auf dem „Evolutionsbaum“ sehr weit voneinander entfernt sind, über ein und dasselbe System. Daher müsste man es als Tatsache hinnehmen, dass diese Mutationen sich getrennt voneinander entwickelt haben und diese Annahme macht die Aussage nur noch unsinniger. Es ist unmöglich, dass ein Vogel eines schönen Tages beschließt, dass er ein System entwickeln müsste, dass das Magnetfeld der Erde wahrnehmen kann und dieses dann in seinem Körper installiert. Wenn ein Mensch, der über Verstand und Bewusstsein verfügt dies schon nicht bewerkstelligen kann, dann scheint es unmöglich daran zu glauben, dass dieses außergewöhnliche Ereignis einem Vogel gelingen könnte.
In Wirklichkeit hat Allah alle Lebewesen und Menschen mitsamt ihren perfekten Systemen erschaffen. Allah weiß, was den Lebewesen alles vom Moment ihrer Geburt an widerfahren wird und was sie brauchen. Und daher hat Er sie mit allen Organen und Fähigkeiten ausgestattet, die sie benötigen. Und auch den Sinn, welchen die Tiere während ihrer Wanderschaft brauchen um den Weg zu finden, hat Allah erschaffen. Das ist eine offensichtliche Tatsache, die wir an allen Tieren, die auf Wanderschaft gehen, beobachten können. Außer der Schöpfung gibt es keine Erklärung für diese Beispiele von Perfektion in der Natur.

O ihr Menschen! Ein Gleichnis ist für euch geprägt worden; so hört es: Siehe jene, die ihr neben Allah anruft, nie können sie jemals eine Fliege erschaffen, selbst wenn sie sich zusammentun... (Sure al-Hadsch, 73)

Die langen Reisen der Meeresvögel
Meeresvögel kommen im Eis der Arktis ebenso vor wie in den tropischen Regionen. Viele von ihnen migrieren über lange Strecken, einige legen diese lediglich für die Jagd zurück. Eine Albatrosart (Diomedea Exulans), legt einen Weg von über 15.000 km zurück, die er kreisförmig abfliegt, während sein Weibchen das Nest ausbrütet. Man könnte davon ausgehen, dass es sich um eine unglaubliche Strecke handelt, wenn man diese Zahlt hört. Doch noch größere Meeresvögel legen noch weitere Wege zurück.
Der Zug der Meeresvögel richtet sich im Allgemeinen nach den Winden, die in der entsprechenden Region vorherrschen. Diese Lebewesen werden meist als „die Besten Migranten“ bezeichnet. Viele Meeresvögel brüten an abgelegenen Orten entlang der Küsten von Kontinenten oder Inseln. Auch wenn es sich um eine weite Strecke handelt, kehren Meeresvögel meist in dieselben Gebiete zurück, in denen sie selber geschlüpft sind und zu den Kolonien, in denen sie selber groß geworden sind.28

Meeresvögel, die an den Polen migrieren
Vogelarten, die sich in den Polarregionen vermehren, bevorzugen es meist, in der Nähe der Brutkolonien zu bleiben. Doch das eisige Meer und die Dunkelheit des Winters zwingen sie, sich einen offenen Platz außerhalb des Eises zu suchen. Auch die Schwalbenmöwe (Larus Sabini) ist ein Zugvogel des Nordpols und fliegt bis in die Küstengebiete Afrikas und Perus gen Süden.
Die Küstenseeschwalbe (Sterna Paradisaea) fliegt beispielsweise die Antarktikküste entlang gen Süden, wo sie auf der nördlichen Halbkugel in einem weitläufigen Gebiet brütet. Diese Art legt die weiteste Wanderschaft zurück. Dergestalt, dass sie zwischen Nordmeer und Antarktis 36.000 km für den Hin- und Rückweg zurücklegt.29
Auf diese Art kommt sie vom nördlichen Sommer zum südlichen Sommer. Die Jungvögel oder einige nicht brütende Erwachsene bleiben womöglich im Süden oder verbringen eine gewisse Zeit an einem Ort, an dem die Nahrung gesichert ist. Doch diejenigen Vögel, die im Norden brüten, kehren mit den ersten Anzeichen des Frühlings zurück zum Eismeer. Anderenfalls könnten sie den Fortpflanzungszyklus nicht fortsetzen und nicht sicherstellen, dass ihre Jungen vor Anbruch des Winters ihre Flügel ausgebildet haben.
Der kleinste Vogel des Nordpols ist die Buntfußsturmschwalbe (Oceanites Oceanicus), die nur 45-50 Gramm auf die Waage bringt. Dieser Vogel lebt in Felsspalten und hat nur ausgesprochen wenig Zeit, um seinen Fortpflanzungszyklus zu verwirklichen. Zur Brutzeit zieht er gen Süden und zieht zum nördlichen Teil des Indischen Ozeans und zum Nordatlantik. Die extreme Leistung, die dieser nur 40 Gramm schwere Vogel erbringt, ist das Ergebnis des perfekten Körpers, den Allah ihm geschenkt hat. Dank seiner Eigenschaften kann dieser kleine Vogel eine Wanderschaft über weite Strecken verwirklichen.

Das Geschick der Fledermäuse,
die Richtung zu finden
Es gibt rund 900 verschiedenen Arten von Fledermäusen. Den Winter verbringen sie in Höhlen oder Stollen, weil sie dort während des Winterschlafs vor der Kälte geschützt sind und die nötige Raumfeuchtigkeit herrscht. Hier können sie in die Winterstarre fallen und schlafen.
Wenn sie erwachen, fängt die jahreszeitliche Wanderung an. Der Zweck der Migration der Fledermäuse besteht im Finden von Nahrung. Dafür treten sie eine weite Reise an. Viele Fledermausarten wiegen weniger als 20 Gramm. Obwohl sie so kleine Körper haben, können manche Arten Entfernungen von 1000-1500 km zurücklegen.30
Die Fledermäuse, die in Höhlen leben, haben ein Problem. Während sie sich an einem Ort aufhalten, der über eine konstante Wärme und Feuchtigkeit verfügt, können sie nicht wissen, wie das Wetter draußen ist. Allerdings können sie Veränderungen im Luftdruck wahrnehmen. Diese Fähigkeit verdanken sie dem „Vitalorgan“, das sich im Mittelohr befindet.
Die Zwergfledermaus in Nordamerika kann auch das Verhalten von Motten, ihrer Nahrungsquelle, voraussagen. Indem sie den Barometerdruck verfolgen, können die Fledermäuse vorhersagen, wann die Motten fliegen und auch in welcher Höhe. Der Sinn, mit welchem die Fledermäuse den barometrischen Druck empfinden können, hat noch einen anderen Zweck. Das Tier weiß jederzeit und überall, in welcher Höhe es sich befindet.31
Es ist noch nicht bekannt, wie genau die Fledermäuse die Richtung bestimmen. Die Forschung geht davon aus, dass sie den Hör- und Geruchssinn dafür verwenden. Allerdings kann das den Orientierungssinn der Fledermäuse nicht vollständig erklären. Fledermäuse ziehen bei Nacht und ihre berühmteste Eigenschaft besteht darin, dass sie dafür den Schall nutzen. Fledermäuse haben einen sehr schlecht ausgeprägten Sehsinn. Der Bestimmung durch Schall funktioniert nur auf geringen Entfernungen. Die Fledermaus schnalzt mit der Zunge und wenn das so produzierte Geräusch gegen ein Objekt trifft, wird es als Echo zurückgeworfen, das das Tier dann wahrnehmen kann. Hierbei gibt es einen sehr wichtigen Punkt zu beachten: Die Fledermaus erkennt aus dem Unterschied in der Zeit und der Frequenz, die das Echo braucht, wie weit das Objekt entfernt ist und wie groß. So kann sie beispielsweise eine Fliege mit 20 mm Größe in fünf Metern Entfernung oder einen Fels in Fünfzig Metern Entfernung ausmachen. Fledermäuse können nachts fliegen und jagen oder wenn es bewölkt ist. Doch das erklärt nicht, wie sie auf langen Strecken ihren Weg finden.32
Die Fledermäuse haben einen schlecht ausgeprägten Sehsinn und gleichen diesen mit einem speziellen System aus, der ihnen ermöglicht mehrere Meter entfernte Objekte wahrzunehmen. Dank dieses Systems können sie eine Analyse anstellen, diese dann auswerten und zu einem Ergebnis komme. Dadurch können sie auch weite Strecken zurücklegen. Außerdem wissen Fledermäuse auch, an welchem Standort sie am besten Nahrung finden können und wie sie diese Gebiete erreichen können. Aber der springende Punkt ist, woher weiß das Tier all das? Und wie auch bei den anderen Tierarten ist das genau die Frage, auf die in der Wissenschaft keine Antwort gefunden wird. Denn dass die Tiere aufgrund von bestimmten Gründen bestimmte Entschlüsse fällen und diese umsetzen und dazu auch über die entsprechenden Möglichkeiten verfügen, kann nicht mit der Logik des Zufalls oder mit einer anderen evolutionären Logik erklärt werden. Es ist ein eindeutiger Beweis, dass ein Tier makellos erschaffen wurde, wenn es über ein perfektes System verfügt. Aber gleichzeitig ist es ein großes Wunder, dass die Lebewesen, die im Gegensatz zum Menschen kein Bewusstsein haben, diese perfekten Systeme perfekt anwenden können, dass sie meisterlich die ihnen verliehenen Fähigkeiten ausführen und Entschlüsse fassen können.
Es ist offensichtlich, dass alles Leben von Allah erschaffen wurde. Deswegen verfügen die Tiere auch über so perfekte Systeme und können so intelligente Handlungen durchführen. Es ist auch Allahs Inspiration, dank der die Fledermäuse die Fähigkeit haben sich am Echo zu orientieren und wenn sie lange Entfernungen zurücklegen dieser Weg sie genau zu den Futterplätzen führt. Jede andere Erklärung würde der Grundlage entbehren. So wie das Wunder der Migration, ist jeder einzelne Beweis für die Schöpfung in der Lage zu beweisen, dass die Evolutionstheorie unrecht hat.

Aber nein! Wir schleudern die Wahrheit gegen die Lüge, und sie zerschmettert sie, und siehe, da vergeht sie. Wehe aber euch wegen dessen, was ihr über (Ihn) aussagt. (Sure al-Anbiya, 18)

Meister der Richtungsbestimmung:
Schmetterlinge
Die Migration von Lebewesen wie Schmetterlingen oder Motten mag unwichtig erscheinen. Doch die Schwärme, in denen sie ziehen, können aus Millionen von Individuen bestehen und es dauert einige Generationen, bis die Migration abgeschlossen ist. In den gemäßigten Klimazonen migrieren Schmetterlinge, um ein besseres Nahrungsangebot zu finden. Schmetterlinge wie der Monarch hingegen, die in den Tropen vorkommen, ziehen regenreiche Gebiete.33
Die Lebensdauer der Schmetterlinge in den gemäßigten Zonen beträgt rund drei bis vier Wochen. Während dieser kurzen Zeit ziehen einige von Land zu Land, einige wandern auf andere Kontinente und ihre Reise kann erst von der nächsten Generation abgeschlossen werden. Die Schwärme bestehen aus Millionen von Schmetterlingen. Diese bunten und so unterschiedlich gestalteten geflügelten Tierchen verwenden während ihrer Reise, die Teil der Natur ist, ein interessantes System zur Richtungsfindung.

Wie bestimmen Schmetterlinge
die Richtung?
Für die Generation im milden Klima gibt es wenige Blüten, von denen sie sich ernähren können. Deswegen müssen sich die kleinen Lebewesen aufmachen zu den reichhaltigen Futterregionen. Geradlinig fliegen sie zu einem Blumenfeld um dann dort zu flattern, als würden sie dort leben. Sie ernähren sich von den Blumen, paaren sich und die Weibchen legen hier ihre Eier ab. Doch auch das Leben auf diesem Feld wird nur von kurzer Dauer sein und nach wenigen Minuten oder Tagen verlassen die Schmetterlinge das Feld.
Schmetterlinge gehen nur auf Wanderschaft, wenn es besonders heiß ist und die Sonne strahlend scheint. Wenn die Sonne am hellsten strahlt, machen sie einen Punkt am Horizont aus. Auch wenn die Sonne ihre Position ändert, behalten sie diesen Punkt im Auge. Während dieser Punkt fest bleibt, ändert sich die geographische Richtung pro Stunde um rund 15 Grad. Tropische Schmetterlinge verändern im Gegensatz zu denen in gemäßigten Klimazonen während des Tages nicht ihre Wanderrichtung.
Ein Individuum, das morgens Richtung Osten fliegt, fliegt auch gegen Abend noch gen Osten. Wenn sie ihre Reise antreten, bestimmen sie ihre Richtung nach der Sonne, doch dann behalten sie die Position auch bei, wenn die Sonne ihren Stand geändert hat. Dafür muss der Schmetterling wissen, dass die Sonne ihre Position ändert und dass sich auch der Ort, den er ansteuert, dementsprechend verändert. Er muss wissen, welche Richtung richtig ist und welche falsch und dabei wissen, welches seine Richtung ist. Jedes einzelne Individuum hat diese Informationen. Es reicht auch eigentlich nicht aus, wenn lediglich ein Individuum über diese Informationen verfügt. Jeder Schmetterling muss dieses Wissen haben und entsprechend seines Standorts eine Einschätzung treffen können und entscheiden. Es wäre natürlich nicht schlau, all dies mit der Denkfähigkeit des Schmetterlings in Verbindung zu bringen. Die Wirklichkeit ist, dass Allah alle Schmetterlinge mitsamt den Eigenschaften, die sie fürs Überlegen brauchen, erschaffen hat.
Bedenken Sie, jeder noch so gute Kompass verliert mit der Zeit seine Empfindlichkeit für magnetische Strahlung. Doch die Fähigkeiten der Richtungsbestimmung, die für diese kleinen Tiere so wichtig ist, geht niemals durch Einflüsse von außen verloren, lassen die Schmetterlinge niemals im Stich. Allah hat alle Geschöpfe perfekt erschaffen. Allah erklärt die Schöpfung der Lebewesen in einem Vers folgendermaßen:

Und Allah erschuf alle Lebewesen aus Wasser. Und unter ihnen sind einige, die auf ihrem Bauch kriechen, und andere, die auf zwei Füßen, und andere, die auf vier Füßen gehen. Allah schafft, was Er will. Fürwahr, Allah hat Macht über alle Dinge. (Sure an-Nur, 45)

Auch die Perfektion des Schmetterlings weist uns auf die Existenz unseres Schöpfers und auf Seinen unendlichen Verstand hin. Zu versuchen diese Tatsache zu vertuschen oder zu leugnen ist ein sinnloses Unterfangen. In einem Vers führt Allah die Leugner der Vergangenheit als Beispiel an:

Kam denn nicht die Kunde von den vorausgegangenen Ungläubigen zu euch, die das Unheil ihres Verhaltens kosten mussten und schmerzliche Strafe erlitten? (Sure at-Taghabun, 5)

Die Migration des Monarchen, die in
der vierten Generation abgeschlossen wird
In verschiedenen Phasen ihres Lebens ändert sich die körperliche Struktur des Monarchen. Der Monarch weist in Struktur, Größe, Farbe, Lebensraum und Verhalten und in Bezug auf die biologischen Systeme eine große Vielfalt zwischen Larve, Puppe und ausgewachsenem Schmetterling auf.
Monarchen verfügen über eine Besonderheit, die sie von allen anderen Schmetterlingsarten unterscheidet. Innerhalb eines Jahres gibt es vier Generationen von Monarchen. Die ersten drei davon leben rund fünf bis sechs Wochen. Doch die vierte Generation ist anders. Denn diese Generation wird sich auf eine Reise begeben, die rund acht Monate dauert und so lange leben, bis sie ihr Ziel erreicht hat.
Das Leben des Monarchen beginnt damit, dass die Mutter auf einer Pflanze ein Ei legt. Aus diesem Ei schlüpft eine kleine Larve, die sich für eine Weile von dem Blatt ernährt und sich schnell weiterentwickelt. Während ihrer Entwicklungsstufe häutet sich die Larve insgesamt fünf Mal und geht dann in das Puppenstadium über. Sie machen sich eine „Kokon“ genannte Behausung, die sie mit einer dünnen aber stabilen Verbindung an einem Zweig befestigen. In diesem Kokon verändert sich die Larve und nach einer Weile bricht sie Stück für Stück daraus aus. Sie ist ein neues Geschöpf geworden, ein perfekter Schmetterling. Zuerst sind die Flügel noch schlapp, doch sie werden mit einer blutähnlichen Flüssigkeit aufgefüllt. Jetzt ist der Monarch bereit zu fliegen.
Die Reise startet in verschiedenen Siedlungsgebieten Südkanadas und richtet sich gen Süden. Eine Gruppe kommt in Kalifornien an, eine andere in Mexiko. Die unterschiedlichen Monarchgruppen treffen sich an einem zentralen Ort, als hätten sie einen Befehl empfangen und setzen dann ihre Reise gemeinsam fort.
Die Schmetterlinge machen sich nicht zu einem zufälligen Termin auf ihren Weg, sondern zur Tagundnachtgleiche im Herbst. Nachdem sie zwei Monate lang geflogen sind, erreichen sie die warmen Wälder im Süden. Die Bäume werden von Millionen von Monarchen bevölkert. Die Schmetterlinge nehmen hier vier Monate lang, von Dezember bis März, keine Nahrung zu sich. Sie zehren von den Fettreserven in ihrem Körper und nehmen lediglich Wasser zu sich.
Die Blüten, die im Frühling ihre Knospen öffnen, sind für die Monarchen sehr wichtig. Nach einer viermonatigen Wartezeit halten sie mit dem Nektar ein Festmahl ab. Jetzt haben sie genügend Energie für den Rückflug nach Nordamerika gesammelt. Bevor sie sich Ende März auf den Weg machen, paaren sie sich. Genau an dem Tag, an dem wieder Tagundnachtgleiche ist, macht sich die Kolonie auf den Weg Richtung Norden. Sie schließen ihre Reise ab und bringen die Generation auf die Welt, die den Fortbestand der Art sichert.
Die neugeborene Generation ist die erste in diesem Jahr und wird rund anderthalb Monate überleben. Später kommt die zweite und dritte Generation… Wenn die Reihe an der vierten Generation ist, wird diese sich von neuem auf die Reise machen und im Gegensatz zu den anderen sechs Monate länger leben und so die Kette fortsetzen… Jetzt wollen wir etwas über diese wunderbare Reise nachdenken:
Wie kann es geschehen, dass jede vierte Generation mit den entsprechenden Besonderheiten auf die Welt kommt, die es ihnen ermöglicht sechs Monate länger zu leben? Wieso wird diese langlebige Generation immer im Winter geboren? Wie kommt es, dass die Schmetterlinge ihre Reise stets zur Tagundnachtgleiche antreten und so eine feine Berechnung anstellen können? Woher kennt die neugeborene Generation des Monarchen eine Strecke, die sie noch nie zuvor geflogen ist?
All diese zeigt, dass die Monarchen einem perfekten Migrationsplan entsprechend erschaffen wurden und sie diesem Plan bis ins Detail folgen. Wenn zu Beginn der Existenz dieser Lebewesen auch nur der kleinste Fehler im Plan bestanden hätte, hätten die Monarchen ihre Reise nicht beenden können. Dann wären in diesem Winter alle Schmetterlinge gestorben und der Monarch wäre ausgestorben.
Natürlich sind diese Tiere ganz speziell erschaffen worden und die außergewöhnliche Reise, die sie jedes Jahr antreten, wurde ihnen genau beigebracht. Der Herr dieser wunderbaren Schöpfung ist der Schöpfer und Richter über alle Existenzen, der Höchste Herr über den Himmel und die Erde, Allah.

Die Migration der Heuschrecken:
ein Schrecken für jeden Bauern
Heuschrecken und deren Wanderungen haben schon zu Urzeiten das Interesse des Menschen auf sich gezogen. Diese Tiere kommen in Schwärmen zusammen und können sich über die Kontinente hinwegbewegen und wurden so zum größten Schreckgespenst der Bauern. Die Heuschrecken versammeln sich millionenfach und formieren sich zu einer schwarzen Wolke und fressen alles auf, was ihren Weg kreuzt. Diesen Orten bringt sie einen wirtschaftlichen Kollaps und Hunger.
Doch nicht nur der Schaden, den die Heuschrecken auf ihrer Wanderung anrichten, ist in Bezug auf diese Tiere interessant. Wissenschaftler interessieren sich vor allem für die Transformation, welche die Heuschrecken, bevor sie sich auf Wanderschaft begeben, durchleben. Forschungsergebnisse haben einige Schöpfungsbeweise hervorgebracht.
Wissenschaftler, die sich mit der Heuschreckenwanderung beschäftigen, erhalten höchst erstaunliche Ergebnisse. Wenn man sich den Körperbau, den Lebensstil, das Verhalten und die Beziehung zur Umwelt der Heuschrecken betrachtet, bemerkt man, dass sie zwei verschiedene Entwicklungsstufen haben. Das eine ist die Phase als Individuum das andere als Schwarm. Im Stadium als Individuum lebt die Heuschrecke alleine, wenn sie in den Schwarm eintritt und die Wanderung antritt, verwandelt sie sich in ein Wesen, das enormen Schaden anrichten kann.
Unter normalen Umständen bevorzugen es Heuschrecken alleine zu leben und suchen nicht die Gesellschaft anderer. Doch wenn die äußeren Umstände sie zwingen, rotten sie sich zusammen. Dann beginnt für die Heuschrecken die Zeit der Veränderung. Mit der Phase des Lebens im Schwarm verändert sich der Körperbau der Heuschrecke. Sie wächst, entwickelt starke und durchsichtige Flügel und wechselst ihre Farbe von gelb-grün in schwarz. Diese Veränderung ist so weitgehend, dass Wissenschaftler früher eine einzige Art als zwei unterschiedliche, nämlich „Individuum“ und „Schwarm“ unterteilt haben. Erst vor 60 Jahren konnte herausgefunden werden, dass ein und dieselbe Art zwei unterschiedliche Phasen mit unterschiedlichen Eigenschaften haben kann.
Doch nicht nur äußerlich verändern sich die Heuschrecken, wenn sie in die Phase als Schwarmtiere eintreten. Auch ihr Verhalten ändert sich und sie nehmen sehr viel mehr Nahrung auf als normal. Eine Wüstenheuschrecke, die in der Schwarmphase ist, nimmt täglich ihr eigenes Körpergewicht an Nahrung auf. Wenn man sich vor Augen hält, wie groß ein Heuschreckenschwarm sein kann, wird der Schaden, den diese verursachen können, offensichtlich. Ein Schwarm kann ein Gebiet in der Größe von 1000 qm abdecken und auf jeden Quadratkilometer kommen 50-100 Millionen Käfer. Ein großer Schwarm braucht pro Tag rund 80.000 Tonnen Nahrung. Das ist eine Menge, die 40.000 Menschen ein Jahr lang ausreichen würde. Ein Stamm mit so einer enormen Größe kann der Region, in der er landet, großen Schaden zufügen.
Ein Arzt in Nebraska hat im Jahr 1874 anhand der Geschwindigkeit und Tiefe eines Schwarms, der den Himmel verdunkelte, festgestellt, dass es sich um 12.5 Trillionen Heuschrecken handelte. 1954 wurden in Kenia von gleichzeitig 50 Schwärmen alleine in einem 10 Milliarden Heuschrecken gezählt.34

Der Schlüsselpunkt für die Migration
der Heuschrecken
Bis heute ist noch nicht ganz bekannt, was für die Heuschrecken den Ausschlag gibt, dass sie in das Stadium des Schwarmlebens übergehen. Doch die Wissenschaft geht davon aus, dass dieser Mechanismus in Gang gesetzt wird, wenn ihre Anzahl zunimmt. Verschiedene Laborversuche haben gezeigt, dass eine Region an den Hinterbeinen der Heuschrecken für die Transformation verantwortlich ist. Stephen Simpson von der Universität Oxford hat offen gelegt, dass der Schlüssel, der den Mechanismus in Gang setzt, sich am Hinterbein im Femur befindet.
Betrachten wir den Körperbau der Heuschrecken genauer, so wird die Perfektion der Schöpfung offensichtlich. Der Heuschreckenpanzer ist zu einem großen Teil mit sensiblen Härchen und mechanischen Empfängern bedeckt. Die Härchen am Oberschenkel spielen eine wichtige Rolle beim Übergang in die Lebensform als Schwarm, denn sie nehmen den entsprechenden Reiz auf und setzen den Mechanismus in Gang.
Der Übergang der Heuschrecken zum Schwarmleben wird meist in Gebieten beobachtet, in denen keine gleichförmige Versorgung mit Futter besteht. Die Heuschrecken kommen zusammen, wenn Nahrung nur noch an bestimmten Stellen zu erreichen ist. So berühren sie sich gegenseitig und der Übergang zur Schwarmbildung wird eingeleitet.
Die Migration der Heuschrecken hängt auch von den klimatischen Bedingungen, der Jahreszeit und dem Regen ab. Denn für die Fortpflanzung und das Legen der Eier brauchen sie regnerische Gebiete. Bei manchen Arten legen die Weibchen ihre Eier nach dem Regen. Es gibt auch solche, die ihre Eier in den trockenen Boden legen, doch diese Eier werden bis zum nächsten Regen nicht schlüpfen. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, damit die jungen Heuschrecken nach dem Schlüpfen Nahrung finden. Heuschreckenschwärme bewegen sich mit dem Wind. Der Wind trägt die Heuschrecken in Regionen, in denen es regnen wird und das bedeutet für diese Tiere, dass sie sich erneut fortpflanzen können.
Von allen Heuschreckenarten sind die Wüstenheuschrecken nicht nur am weitesten verbreitet, sie richten auch den größten Schaden an. Man kann ihnen in Süd-, Mittel- und Nordafrika bis nach Tansania begegnen, in den Arabischen Ländern, dem Mittleren Osten, Pakistan und Indien.
Die schlimmste Heuschreckenplage der Geschichte fand 1958 in Äthiopien statt. Im November bedeckte ein Schwarm aus rund 40 Milliarden Heuschrecken ein Gebiet von 1000 Quadratkilometern. Dieser Schwarm zog von Nordäthiopien rund 3000 Kilometer bis in den Sudan. Ein großer Teil ging nach Somalia über und starb am Indischen Ozean. Ein kleinerer Teil blieb in Äthiopien und hat sich vermehrt.
Allah hat auch diesen unvergleichlichen Mechanismus der Heuschrecken erschaffen, wie Er auch alle anderen Lebewesen erschaffen hat. Die Heuschrecken bewegen sich entsprechend der Besonderheiten, die Allah ihnen verliehen hat, entweder im Schwarm oder als Individuum. Und dank dieser Eigenschaften können sie als Staaten weiterziehen, um ihr Überleben zu sichern.
Jeder Mensch, der über die Natur nachdenkt und ein Gewissen hat, erkennt in diesen Tieren einen Beweis für die Schöpfung:

Diese Gleichnisse stellen Wir zwar für die Menschen auf, doch nur die Wissenden begreifen sie. Allah hat die Himmel und die Erde in Wahrheit erschaffen. Darin ist fürwahr ein Zeichen für die Gläubigen. (Sure al-Ankabut, 43-44)

LEBEWESEN

Überall auf der Welt vollziehen die unterschiedlichsten Tiere auf verschiedene Art und Weise im Meer eine Reise von den seichten Gebieten in die tiefen Gewässer, insbesondere in den gemäßigten Gebieten und vor allem den Tropen. Einige dieser Migrationen finden von Zeit zu Zeit statt, bei anderen handelt es sich um eine ständige Wanderschaft. Die bemerkenswerteste Wanderschaft vollziehen dabei die Hummer.

Eine lange Reise auf See:
Hummer
Im Herbst verwandeln sich die Wetterbedingungen in der Region, in der die Hummer leben, stark. Wegen des hohen Drucks werden die Winde stärker, der Himmel verdunkelt sich, es fällt Regen und die Temperatur fällt. Gleichzeitig werden die seichten Gewässer, in denen die Hummer leben, trüb. Wegen des Windes entstehen in den flachen Gewässern starke Wellen. Das ist das Zeichen für die Hummer, dass für sie die Zeit der Reise gekommen ist.
Es ist nicht ganz bekannt, warum die Hummer im Herbst ihre Wanderschaft antreten und wie sie den Zeitpunkt bestimmen. Doch die bestehenden Informationen legen nahe, dass Umweltfaktoren eine wichtige Rolle spielen. Plötzliche Temperaturschwankungen und Wasserbewegungen könnten die Hummer dazu veranlassen, ihren Standort zu wechseln. Der wichtigste Punkt hierbei besteht darin, dass der Hummer den Wechsel der klimatischen Bedingungen in seinem Lebensraum wahrnimmt und begreift, dass diese Bedingungen für ihn ein Risiko darstellen und er daher Maßnahmen ergreift. Es gibt auch einige Punkte die er bevor er Maßnahmen treffen kann, in Betracht ziehen muss. So muss er bereits zuvor wissen, welche Umgebung im Meer für ihn passend ist und wie er diese am schnellsten erreichen kann. Nachdem er alle diese Beschlüsse gefasst hat, macht sich der Hummer sehr bewusst auf den Weg.

Die bemerkenswerte Migrationsweise
der Hummer
Die Reise der Hummer führt in der Regel in ruhigere Gewässer. Während ihrer Wanderschaft stellen die Hummer einen hoch Aufmerksamkeit erregenden Anblick dar. Die Hummer bilden einen Konvoi aus fünfzig bis sechzig Tieren, die eng hintereinander aufgereiht sind. Auf diese Weise marschieren sie einige Tage lang Tag und Nacht auf dem Grund des Meeres.35
Die Mitglieder des Konvois geben ihre eigene Position mittels ihrer Antennen und Vorderbeine durch Berührung ihrer Vordermänner am Bauch weiter. Diese Verbindung geht auch dann nicht verloren, wenn man den Hummern ihre Antennen nimmt. Der antennenlose Hummer geht sofort dazu über, seinen Vordermann häufiger mit den Füßen zu berühren. Wenn auch die Fußspitzen entfernt werden, dann stößt er weiter mit den verbliebenen Gliedern. Auf diese Art stellt der Hummer sicher, dass die Reihe aufrecht bleibt, auch wenn er nichts sehen kann. Auch die Wasserbewegung, die durch den vorangehenden Hummer verursacht wird, ist in dieser Hinsicht ebenso ein wichtiges Hilfsmittel wie ein chemischer Warnstoff.
Auch wenn man denkt, dass die Hummer beschließen gemeinschaftlich auf Wanderschaft zu gehen, ist es doch schwer zu erklären, warum sie eine einzige lange Reihe bilden. Dieses Verhalten bietet dem Hummer viele Vorteile. Die Hummer sind den Gefahren, die ihnen auf dem Weg lauern, nicht alleine ausgesetzt und durch die gemeinsame Wanderschaft werden sie nicht so leicht zu Beute. Denn alle gemeinsam nutzen ihre Augen, Antennen und anderen Wahrnehmungsmethoden, um Feinde zu entdecken und sich dann verstecken zu können. Normaleweise greifen große Fische gern während ihrer Wanderschaft an. Während des Angriffs dreht sich der Hummer an der Spitze um sich selber. Die anderen Individuen, die das sehen, wissen dann, dass eine Gefahr besteht und bilden eine Rosette. So entsteht ein Verteidigungspanzer. Unter normalen Bedingungen würden die Hummer schnell gefressen werden, doch auf diese Art haben sie einen Schutz gegen Feinde. Der empfindlichste Teil des Hummerkörpers ist der Bauch. Den größten Schaden kann man ihnen dort zufügen. Wenn sie sich hintereinander aufreihen, schützt der hintere Hummer den Bauch des vorderen.36
Außerdem wird auch die Bewegungsmöglichkeit der Hummer gesteigert, wenn sie in einer langen Reihe ihre Wanderung durchführen. Ein Hummer, der sich alleine im Wasser vorwärts bewegt braucht doppelt so viel Kraft, wie wenn er hinter einem anderen Individuum hinterher läuft. Innerhalb kürzerer Zeit können die Hummer eine weitere Strecke zurücklegen, wenn sie eine Reihe bilden. Es wurden einige Arten beobachtet, die einen Kilometer pro Stunde zurücklegen konnten.
Forschungsergebnisse haben bewiesen, dass Hummer auch dann in ihre Heimat zurückfinden, wenn man sie in einem fremden Gebiet ausgesetzt hat. Doch trotz aller Bemühungen konnte nicht ganz geklärt werden, welche Methode sie dabei anwenden. Hummer der Art Panulirus Argus finden ihren Weg zurück, wenn man sie an einem Kilometer weit entfernten Ort aussetzt und alle Anhaltspunkte für den Rückweg vernichtet. Es gibt einen besonders bemerkenswerten Versuch in diese Richtung.
Man hat am Strand gefangene Hummer in einem abgedeckten Container, in den kein Sonnenlicht eindringen konnte, mit Lastwagen zur Versuchsanordnung gefahren. An den Containern der Hälfte der Passagiere wurden Magneten angebracht. Einige der Magneten wurden an Bändern aufgehängt und pendelten ungeordnet hin und her. So hat sich das Magnetfeld im Inneren des Containers beständig verändert. Die zweite Fuhre wurde in denselben Containern ohne Magneten transportiert. Während der gesamten Fahrt wurde dafür gesorgt, dass die Hummer im Inneren der Container hin und her geschwenkt wurden. Um alle Anhaltspunkte zu verwischen wurden einige ungeordnete Manöver und Kreise gefahren, bis das 37 km entfernt gelegene Versuchsgelände erreicht wurde. Dann wurden die Hummer vom Laster abgeladen und verbrachten die Nacht in einem Tank, der dem natürlichen Erdmagnetismus ausgesetzt war.
Am nächsten Morgen wurden den Hummern die Augen verbunden und versucht, wie sie den Weg fänden. Es hat sich gezeigt, dass beide Gruppen, sowohl die, die mit Magneten als auch die, die ohne Magneten transportiert worden waren, den Weg genau gleich finden konnten. Beide Gruppen haben ohne zu zögern die Richtung eingeschlagen, in der sie gefangen worden waren.37
Hier sollte man über folgendes nachdenken: Woher kennen die Hummer eine Methode, die bis heute noch nicht ganz erklärt werden konnte, um ihren Weg auch dann zu finden, wenn sie an einen fremden Ort versetzt wurden? Natürlich kann man nicht davon ausgehen, dass der Hummer mit Hilfe seines eigenen Verstandes sich gewünscht hat, dass er unter allen möglichen Bedingungen seinen Weg nach Hause finden kann und sich solch eine Methode dann ausgedacht haben könnte. Es ist auch undenkbar, dass sich das Migrationsverhalten des Hummers über mehrere Entwicklungsstufen entwickelt haben könnte. Die Migrationsfähigkeit des Hummer ist höchst erstaunlich aber eine Eigenschaft, die er sich nicht selber zu verdanken hat. Es ist nicht der Verstand des Hummers, mit dem sie darüber nachdenken und dies planen, ihren Plänen entsprechend Berechnungen anstellen und der sie zu ihrem Ziel führt. Allah, Der alles erschaffen hat und alles über die Schöpfung weiß, weiß auch was dem Hummer im Laufe seines Lebens alles zustoßen kann. Unser höchster Herr hat ihn mit allen Fähigkeiten ausgestattet, die er braucht. Dies ist nur ein einziges Beispiel für die erhabene Kunst in Allahs Schöpfung:

Allah! Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Lebendigen, dem Beständigen! Ihn überkommt weder Schlummer noch Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der da Fürsprache bei Ihm einlegte ohne Seine Erlaubnis? Er weiß, was zwischen ihren Händen ist und was hinter ihnen liegt.“ Doch sie begreifen nichts von Seinem Wissen, außer was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, beide zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Erhabene. (Sure al-Baqara, 255)

Die Migration der Meeresfische
Die unterschiedlichen Fischarten, die im Meer leben, treten Reisen in verschiedener Länge an. Jede Fischart hat dabei eine andere Art der Migration, vom kleinen Fischchen über tonnenschwere Walfische bis hin zum riesigen Thunfisch. Einige gehen auf Wanderschaft um eine Nahrungsquelle zu finden, andere um ihre Brutstätten zu erreichen, wieder andere, weil sich die Bedingungen in der Umgebung verändert haben.
Man könnte meinen, dass die Veränderungen im Meer im Vergleich zum Land geringer sind und die Bewegung der Wellen und der Gezeiten einer Ordnung folgen, was mehr Sicherheit bei der Orientierung bietet. Doch in den Untiefen des Ozeans ist das nicht der Fall und es gibt Bewegung und Veränderung, vielleicht sogar mehr, als an Land. Außerdem ist es schwieriger diese Veränderungen zu erkennen und zu verstehen, als an Land. Trotz dieser erschwerten Bedingungen führen die Fische im Meer aus verschiedenen Gründen ihre Migration durch.

Futtermigranten
Die Migration der Fische des Ozeans fällt sehr unterschiedlich aus. Ständig findet im Meer eine Migration statt. Manche einige Meter, manche hunderte Meter lang, einige dauern mehrere Stunden, andere Tage. Die einzige Gemeinsamkeit dieser unterschiedlichen Reisen liegt in ihrem Ziel. Viele Fische müssen regelmäßig ihren Standort wechseln, um Nahrung zu finden.
Uferfische können bei diesen Migrationen von den Gezeiten profitieren. Dank der Gezeiten können sie erst an den Strand gelangen und später wieder zurückkehren. Auf diese Art und Weise verbringen sie jeden Tag einige Stunden mit der Futteraufnahme. Einige Fische verwenden den Wechsel zwischen Tag und Nacht für die Nahrungsaufnahme. In den Korallenfelsen der Karibik lebt ein bunter Schwarmfisch, der wegen des Geräusches, das er von sich gibt, wenn er gefangen wird, Murmelfisch genannt wird. Tagsüber verstecken sich diese Fische in den Felsspalten, weil es keine Nahrung gibt. Nachts schwimmen sie in Schwärmen in die offenen Regionen, wo das Angebot an Nahrung reichhaltig ist. Sie tauchen in die Regionen ab, wo es viele Wasserpflanzen gibt und ernähren sich dort von den Wirbellosen Tieren. Vor Sonnenaufgang kehren sie auf derselben Route wieder zu ihren Felsen zurück. Jeder Schwarm verwendet über Jahre seine eigene Route für den Hin- und Rückweg.38

Fortpflanzungsmigranten
Neben der Nahrungssuche spielt auch die Fortpflanzung eine wichtige Rolle bei den Gründen der Migration von Meeresfischen. Egal wie sehr sich die Form dieser Migration auch unterscheiden mag, alle haben besonders interessante Details. Viele Fische gehen täglich oder saisonal auf Wanderschaft, um ihre Brutgebiete zu erreichen. Der Grund hierfür liegt darin, dass einige Fische täglich laichen, andere ein Mal im Monat. Die Reise zu den Laichgebieten kann kurz sein, manchmal wird aber auch ein ganzer Ozean durchkreuzt.
Manche Fische treten ihre Migration als fünf bis zehn Individuen an, einige rotten sich in Schwärmen zu zehntausenden zusammen. Alle bilden Schwärme, als würden sie wissen, dass sie gemeinsam in Aktion treten müssen und ihnen das große Vorteile bringt.
Eine Forschung über die Fortpflanzungsreise des Herings gibt Aufschluss zu diesem Thema. Diese Fische führen gleichzeitig auf zwei Flächen eine Bewegung durch. Zum einen die Aufwärtsbewegung, wenn sie auf der Suche nach Plankton sind, von dem sie sich ernähren. Zum anderen die kreisförmige Migration zu den Laichgebieten.
Diese Fische halten sich jedes Jahr einige Monate in den Laichgebieten auf, dann zerstreuen sie sich wieder. Heringe laichen niemals alle gleichzeitig und zum selben Zeitpunkt. Zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Regionen sammeln sie sich in Schwärme zusammen. Doch sie leben immer im Schwarm und die erwachsenen Heringe kehren jedes Jahr zu denselben Laichplätzen zurück. Die Laichgebiete werden nach dem reichhaltigen Angebot an Nahrung bestimmt. Daher werden Strudel und Strände bevorzugt.
Es ist beachtenswert, dass bei der Migration in jedem Stadium ein Entscheidungsmechanismus vorliegt. Die rechte Zeit, der rechte Ort, der rechte Weg… Doch keine einzige Fischart verfügt über den notwendigen Verstand, die passenden Bedingungen zu kennen und anhand dessen ein Urteil zu fällen. Es wäre schwer jemandem Glauben schenken zu können, der eine solche Behauptung aufstellt. Daher ist es eine offensichtliche Tatsache, dass der erhabene Verstand, den alle Lebewesen bei jedem Schritt aufweisen, von Allah, dem Schöpfer allen Lebens stammt. An diejenigen, die einen anderen Schöpfer als Allah suchen, wendet sich der Quran mit den Worten:


Sprich: „Sollte ich einen anderen Herrn suchen als Allah, Welcher doch der Herr aller Dinge ist?“ Jede Seele belastet nur sich selbst. Und keine belastete (Seele) soll einer anderen Last tragen. Zu euerem Herrn ist schließlich euere Heimkehr, und dann wird Er euch wissen lassen, worüber ihr uneins wart. (Sure al-An’am, 164)

Orientierung im Ozean
Wie findet ein Fisch im riesigen Ozean sein über tausende Kilometer weit entferntes Laichgebiet? Neben dieser Frage muss man auch eine Antwort dafür finden, woher der Fisch weiß, dass ein Ort, an dem er noch nie gewesen ist, für ihn geeignet ist. Diese Fähigkeiten der Fische - die den Menschen so beeindrucken – und ihr perfekter Orientierungssinn, lassen sich nicht durch eine Entwicklungszeit und den Zufall erklären, wie die Evolutionisten das so gern versuchen.
Die Evolutionisten denken nicht gern über intelligentes Verhalten von Tieren nach. Daher versuchen sie, wenn solche Beispiele gegeben werden, das mit dem Wort „Instinkt“ abzutun. Doch sie können nicht erklären, was die Quelle des Instinkts ist. Der Begründer der Evolutionstheorie, Charles Darwin, hat folgende Beichte in Bezug auf den Instinkt in seinem Buch „Der Ursprung der Arten“ abgelegt:
Die meisten Instinkte sind so erstaunlich, dass es scheint, dass einige womöglich in der Lage währen, die gesamte Theorie zum Einsturz zu bringen.
Diese Vermutung lastet schwer auf mir. Die Instinkte unterliegen keinen so sensiblen Veränderungen wie der Körper.39 So wie ich in meinem Buch festgestellt habe, ist es ziemlich schwer zu verstehen, weshalb sich auf einer unbewussten Stufe eine Veränderung im Instinkt oder der Struktur vollzieht.40
Darwin bekennt mit dieser Aussage, dass die Instinkte sich nicht aus sich selber heraus entwickelt haben können und dass dies ein ausreichender Beweis wäre, um die Theorie zum Einsturz zu bringen. Dennoch übergeht er dieses Thema, damit die Evolutionstheorie den Menschen einleuchtend erscheint. Den Grund dafür nennt er auf folgende Weise:
„Letztendlich … befriedigt es meine Phantasie mehr, wenn ich mir die Instinkte nicht als verliehene oder erschaffene Kräfte vorstelle, sondern als ein Gesetz, das für die Entwicklung aller organischen Geschöpfe sorgt, also für deren Vermehrung, Veränderung, das Überleben des Stärksten und das Aussterben der Schwachen, auch wenn das Ergebnis, das sich darauf ableitet, nicht ganz logisch erscheinen mag.“41
Mit diesen Worten gibt Darwin offen zu, dass die Existenz eines Schöpfers eine sehr viel einleuchtendere Erklärung für den Instinkt wäre. Und gleich darauf stellt er fest, dass auch wenn die Wirklichkeit so wäre, es dank seiner „Phantasie“ möglich sei, sich vorzustellen, dass all diese makellosen Fähigkeiten aufgrund von Zufall entstanden wären. Es zeigt sich also, dass es nicht mal für den Begründer der Evolutionstheorie Darwin möglich gewesen ist, die Existenz der Instinkte mit der besagten Theorie zu begründen.
Dabei weisen die Lebewesen die Verhaltensweisen, welche die Evolutionisten nicht erklären können, bereits vom Moment ihrer Geburt an auf. Sie alle setzen ihre Reihe dank der Inspiration, welche Allah, ihr Schöpfer ihnen verliehen hat, fort. Sie verfügen nicht über einen eigenen Verstand oder Geistesgabe. Allah, Der sie besser kennt als alles, Der alle ihre Bedürfnisse kennt, hat sie samt ihrer Eigenschaften erschaffen. Jetzt wollen wir näher betrachten, mit welchen Methoden Allah die Lebewesen ihren Weg finden lässt.

Techniken zur Richtungsfindung
Fische haben unterschiedliche Methoden, um sich bei ihren Wanderungen im Ozean zu orientieren. Versuche mit Fischen, die auf Korallenriffen beheimatet sind, haben gezeigt, dass diese die Korallen nutzen. Wissenschaftler konnten beweisen, dass Fische ihre Route ändern, wenn eine besonders hervorragende Koralle, die auf der Zugstrecke von Fischen liegt, versetzt wird, sich auch die Route der Fische neu orientiert und diese wieder an dieser Koralle vorbeiziehen. Wahrscheinlich nutzen Fische, die entlang des Ufers ziehen, dieselbe Methode um, um ihren Weg zu finden. Diese Fische, die parallel zur Uferlinie schwimmen, folgen einer Route, welche genau an die Uferform angepasst ist.
So wie einige andere Lebewesen, die zu Land oder in der Luft wandern, gibt es auch Fische, die sich am Stand der Sonne orientieren. Viele Fische, die sich bei Nacht verstecken und tagsüber zu ihren Futterplätzen am Ufer schwimmen, verwenden diese Methode. Eines der deutlichsten Indizien für diese Behauptung besteht darin, dass Papageienfische, die man weit entfernt vom Ufer aussetzt, an sonnigen Tagen direkt wieder zurückfinden, an wolkigen Tagen jedoch ziellos im Wasser hin und her schwimmen. Das sind Beispiele, die anhand der Wissenschaft festgestellt werden konnten. Doch wie beispielsweise Thunfische bei Nacht und auch an bewölkten Tagen ihren Weg finden, ist eines der Geheimnisse, die die Wissenschaftler begeistert. Dank einer Fähigkeit, die weit über der der Menschen liegt, finden diese Fische ihr Ziel ohne vom Weg abzukommen. Dass ein Fisch unter Wasser – aus der Vogelperspektive betrachtet – den direkten Weg zu seinem Ziel verfolgt, ist ein Gottesbeweis, über den nachgedacht werden sollte. Allah hat diese Lebewesen mit allen Systemen erschaffen, die sie für ihr Leben benötigen und ihnen die Inspiration für ihr Verhalten und die Fähigkeit ihres Orientierungssinns geschenkt. Dank dieser Inspiration können die Fische im unendlichen Ozean ihren Weg finden.
Eine weitere Technik, mit welcher die Fische ihre Richtung bestimmen können, besteht darin, dass sie – wie die Vögel – das Magnetfeld der Erde und auch elektrische Strömungen wahrnehmen können. Einige Forschungen an Haifischen haben gezeigt, dass sie das Magnetfeld der Erde wahrnehmen können. Auch die Forschungen in Bezug auf elektrische Felder wurden anhand von Haien durchgeführt. Es wurde herausgefunden, dass sie am Kopf und der Nase Falten haben, die empfindlich für elektrische Felder sind und es wurde versucht ihren Orientierungssinn mit dieser körperlichen Besonderheit zu erklären.
Durch das Magnetfeld der Erde entstehen im Ozean starke elektrische Felder. Und diese Strömung, die durch die elektrischen Felder im Ozean entsteht, kann der Haifisch wie eine Autobahn nutzen. Doch egal wie befriedigend diese Erklärung zu sein scheint, nichts kann genau erklären, wie die Fische sich im Ozean orientieren. Thunfische verfügen beispielsweise nicht über dieselbe Empfindlichkeit für Elektrizität wie Haie. Welchen Mechanismus verwenden sie dann, um ihren Zielort finden zu können? Die Forschung konnte hierfür noch keine Erklärung liefern. Es sollte auch nicht vergessen werden, dass falls irgendwann ein entsprechender Mechanismus entdeckt werden sollte, die Migration der Fische dennoch weiter eine außergewöhnliche Tatsache bleiben wird. Denn es ist nicht möglich, dass ein Fisch so eine makellose Fähigkeit auf eigenen Beschluss erlangt hat oder dieses sich aus Zufall entwickelt haben könnte. Wenn der Mensch, der über Verstand und Bewusstsein verfügt auf seinen eigenen Wunsch hin ein solches Organ entwickeln wollte, so würde er scheitern. Doch die Fische verfügen seit Millionen von Jahren über diese Eigenschaft. Kein Gedanke kann den unglaublichen Verstand, den die Tiere des Universums ihr gesamtes Leben über aufweisen erklären. Die einzige Erklärung ist die Existenz Allahs und Seiner Schöpfung. Allah hat alles im Universum erschaffen und allem eine ordentliche Form verliehen. Auch der erhabene Verstand, welchen die Lebewesen ihr gesamtes Leben über aufweisen, ist beständig von Allah inspiriert.

Ist nicht Allahs, was in den Himmeln und auf Erden ist? Er weiß, worauf ihr aus seid... (Sure an-Nur, 64)

Der große Verstand des Planktons
während der Migration
Das Wort Plankton stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „das Umherirrende“ oder „das Umhertreibende“. Daher bezeichnet es sowohl Pflanzen als auch Tiere, die im Ozean treiben. Einige Planktonarten sind so klein, dass sie mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind, andere, wie die große Seequalle, erreichen bis zu drei Metern.
Sowohl das pflanzliche als auch das tierische Plankton bewegt sich in zwei Richtungen, nämlich senkrecht und waagrecht. Die wichtigste Form der Wanderung ist dabei die senkrechte. Doch im Allgemeinen wird die Migration in beide Richtungen gleichzeitig betrieben. Der Grund für die Bewegung nach oben liegt in der Nahrungsaufnahme. Sie bewegen sich von auf- und abwärts, um Nahrung zu finden. Die pflanzlichen Planktonarten kontrollieren die Menge an Gas, Fett und Salz in ihrem Organismus um sich fortbewegen zu können. Wenn die Menge an Gas und Fett erhöht wird und der Salzgehalt reduziert, steigt der Organismus nach oben. Das Gegenteil tun sie, wenn sie nach unten absinken möchten. Das tierische Plankton schwimmt mit Hilfe seiner Beine, festen Härchen und Flossen. Die Migration des tierischen Planktons wird anhand des Zeitpunkts und der Paarungszeiten unterschieden. Man geht davon aus, dass der wichtigste Faktor, welcher die Migration kontrolliert, das Licht ist.
Wenn gegen Abend die Lichteinstrahlung abnimmt, bewegt sich das Plankton Richtung Oberfläche. Sie kehren zurück, wenn mit der Morgendämmerung die Lichteinstrahlung wieder zunimmt.42 Die Migration wird auch durch Futter und Feinde beeinflusst. Damit diese meist mikroskopisch kleinen Lebewesen den Zeitpunkt für ihre Wanderung bestimmen können, müssen sie die Gefahren und Vorteile, welche sie erwarten, vorab kennen und dementsprechende Maßnahmen treffen. Das bedeutet, dass sie über Denkfähigkeit verfügen müssen. Denn das pflanzliche Plankton, welches die Ernährungsgrundlage des tierischen Planktons darstellt, befindet sich an der Oberfläche, wo viel Sonnenlicht ist. Doch bei Tag kann das tierische Plankton von seinen Fressfeinden an der Oberfläche leichter ausgemacht werden und daher stellt es für sie eine Gefahr dar, tagsüber die Futterplätze aufzusuchen. Daher verbringt das tierische Plankton die Tage in der Tiefe und kommt in der Nacht zur Nahrungsaufnahme an die Oberfläche. Das bewusste Handeln, welches das Plankton in jeder Stufe aufweist, wie es sich bewegen muss, wann und in welche Richtung es sich bewegen wird, ist äußerst bemerkenswert. Sicherlich ist es der Herrscher aller Dinge, Allah, Der ihm dieses bewusste Verhalten beigebracht hat:

Allah - es gibt keine Gottheit außer Ihm, Dem Herrn des herrlichen Thrones. (Sure an-Naml, 26)

So rufe keinen anderen Gott neben Allah an. Es gibt keinen Gott außer Ihm. Alle Dinge vergehen, außer Seinem Angesicht. Ihm gehört das Urteil, und zu Ihm kehrt ihr zurück. (Sure al-Qasas, 88)

Allah hat alle Lebewesen, vom Himmel bis zu den Meeren, mit Beweisen für seine Schöpfungskunst ausgestattet. Ein Mensch, der denken und begreifen kann, sieht diese Beweise ganz offensichtlich und achtet Allah so, wie es Ihm zusteht. Doch die Leugner übergehen die offensichtlichen und greifbaren Beweise und halten ihr Leugnen aufrecht. Denn egal welche Beweise sie auch sehen mögen, Allah hat uns im Quran mitgeteilt, dass sie ihren Unglauben fortsetzen werden.

… Obwohl sie jedes Zeichen (der Wahrheit) sehen, glauben sie nicht daran... (Sure al-An’am, 25)


Wunderbare Migration in den Ozeanen

Der Abenteuerclub: Aale
Die Sargasso See befindet sich südlich der Bermudas im Nordatlantik und verfügt über eine Strömung aus dem Nordatlantik und leichte Winde. Außerdem ist sie der Anfangs- und Endpunkt einer der längsten Seereisen Reise eines Süßwasserfisches, nämlich des Aals.
Die Reise der Aale ist eine der erstaunlichsten und unerklärlichsten. In den Flüssen und Bächen Europas und Nordamerikas leben rund 720 Aalarten. Millionen davon wurden in der Sargasso See geboren. Doch es wurde dort niemals ein erwachsener Aal gefangen. Denn kurz nach der Geburt verlassen die Aale diesen Ort und ziehen in Richtung der Flüsse in Europa und Amerika. Nach rund 15 Jahren erleben sie ihren Lebensabend und kehren zur Sargasso See zurück. Dort sterben sie, nachdem sie ihre Eier abgelegt haben. Die Jungen, die aus den Eiern schlüpfen, setzen die abenteuerliche Wanderschaft fort.43
Es gibt viele Aufmerksamkeit erregende Punkte bei diesem Abenteuer. Seit Jahren sucht die Wissenschaft nach Antworten auf folgende Fragen. Doch die bisherigen Ergebnisse sind weit davon entfernt, Antworten liefern zu können. Diese Tiere weisen eine Vielzahl von wunderbaren Verhaltensweisen während ihrer Wanderschaft auf: Die Fragen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
- Warum verlassen sie den Ort ihrer Geburt um Jahre später zum sterben erneut dorthin zurück zu kehren?
- Wie erreichen sie das unbekannte Meer von den Flüssen und Bächen aus, in denen sie sich befinden?
- Was im Fluss veranlasst den Aal seine tausende Kilometer lange, beschwerliche Reise anzutreten?
- Wie findet er die Sargasso See im endlosen Atlantik?
- Wie gelangen die neugeborenen Aale gegen den Strom vom Ozean in die Flüsse?
Diese Lebewesen beginnen ihre Reise von der Sargasso See aus. Für ihre rund 6000 Kilometer lange Reise gibt es niemand, der ihnen den Weg weisen könnte. Dennoch machen sie sich von der Sargasso See, die sich im Südwesten der Bermudas befindet auf und gelangen an die Flüsse in Europa und den USA, in denen ihre Eltern gelebt haben. An diesem Punkt hilft den kleinen Lebewesen die Strömung. Eine warme Strömung genannt Golfstrom hilft ihnen den direkten Weg nach Europa zu finden.44 Zuletzt erreichen sie die Flüsse, in denen sie ihr Leben verbringen werden. Nachdem sie hier ihr Leben verbracht haben, machen sie sich alle gleichzeitig, als hätten sich abgesprochen, auf in Richtung Sagasso See. Auf dieser Art wird der Kreislauf fortgesetzt.
Die 6-7 cm langen transparenten Aale schwimmen im Fluss und in den Mündungen entlang des Ufers gegen die Strömung. Der Zyklus der so genannten Glasaale, beginnt an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeitpunkten und dauert von Herbst bis Ende des Frühjahrs. Die Jungen Aale schwimmen mit einer erstaunlichen Widerstandskraft gegen die Strömung im Fluss an und überwinden kleinere Wasserfälle.45 Hier gibt es ein wichtiges Detail: Aale sind keine guten Schwimmer. Dennoch wandern die Aale durch die Tiefen des Ozeans über mehrere zehntausend Kilometer um sich fortzupflanzen und zu sterben. Aber warum? Warum suchen sich die Aale ausgerechnet die Sargasso See aus, wo es in der Nähe so viele andere Orte gäbe? Die Wissenschaft versucht nicht herauszufinden, warum die Aale auf Wanderschaft gehen, sondern warum sie einen so weit entfernten Zielort aussuchen. Es ist auch ziemlich erstaunlich, warum die frisch geschlüpften Aale nicht an ihrem Standort bleiben, sondern ausnahmslos die lange Reise hin zu den Gebieten antreten, in denen ihre Eltern gelebt hatten. Die Tatsache, dass zum Zeitpunkt ihrer Geburt kein erwachsenes Tier da ist, das ihnen den Weg zeigen könnte, weist darauf hin, dass die Jungtiere diese Information bereits vor ihrer Geburt erhalten haben müssen. Aber wer ist es dann, der einem ungeborenen Tier Informationen vermitteln kann?
Die Evolutionisten haben auf diese Fragen keine Antwort. Keine Verkettung von Zufällen könnte so eine mustergültige Organisation, so ein intelligentes und fehlerfreies Verhalten erklären. Wie auch das Beispiel des Aals gezeigt hat, gibt es auch für das Wunder der Migration nur eine einzige Erklärung. Allah hat diesen Tieren einen hohen Verstand offenbart und zeigt dadurch den Menschen die Beweise für die Schöpfung. Wenn man vorurteilsfrei darüber nachdenkt, reicht die Migration der Aale aus um an Allah zu glauben.
Allah verfügt über unendliche Weisheit. Er hat diese Lebewesen mit allen Eigenschaften ausgestattet, die sie brauchen werden, um sämtliche Schwierigkeiten, die ihr Leben ihnen bieten wird, zu meistern. Der Körperbau, die Aufgaben und die Umgebung sind genau aufeinander abgestimmt. So wie alle Systeme im Universum ist auch die Migration sehr kompliziert, doch gleichzeitig voller Weisheit und Ordnung. Allah informiert im Quran diejenigen, die einen Makel an Seiner Schöpfung suchen darüber, dass ihre Mühen vergebens sein werden:

Der sieben Himmel erschaffen hat, einen über dem anderen. Du erblickst in der Schöpfung des Erbarmers kein Missverhältnis. So schau dich von neuem um, ob du Mängel siehst! Dann lass den Blick ein weiteres Mal schweifen - jedes Mal wird dein Blick stumpf und matt zu dir zurückkehren. (Sure al-Mulk, 3-4)

Die kreisförmige Reise der Wale
Wale sind die größten Lebewesen, die heute auf Erden leben. Am größten sind die Blauwale mit 35 Metern Länge und 130 Tonnen Gewicht. Die kleinste Walart, die so genannten Pygmäen, sind sechs Meter lang und fünf Tonnen schwer. Diese Riesen werden in zwei Arten unterschieden: Wale, die sich von kleinen Fischen, Schalentieren und Plankton ernähren und dafür im Maul einen so genannten „Bartel“ (der Bartel ist aus einem ähnlichen Material gefertigt wie unsere Haare oder Fingernägel, wie Hufe oder Horn) haben werden als Bartelwale bezeichnet. Wale, die sich von verschiedenen Fischen, Meeresvögeln und Meeressäugetieren und anderen Warmblütern ernähren, werden als Zahnwale bezeichnet.
Die Migration der Wale besteht aus einer Kreisförmigen Reise von den tropischen Meeren bis zu den Polarmeeren. Die erstaunlichste Reise legen die Bartelwale zurück. Diese Walart vermehrt sich in den heißen tropischen oder gemäßigten Klimazonen. Für den Fortbestand der Art ist es ausgesprochen wichtig, dass die Jungen in warmen Gewässern auf die Welt kommen. Die Neugeborenen haben keinen schützenden Fettmantel unter der Haut. Würden die Jungen im Eismeer auf die Welt kommen, würden sie erfrieren und sterben. Daher ist es besonders weise, dass die Walfische für die Geburt die warmen tropischen Gewässer auswählen.
Die Jungtiere werden einige Monate lang gestillt. Weil die Muttermilch der Wale ausgesprochen reichhaltig an Fetten und Proteinen ist, wachsen die kleinen Wale ausgesprochen schnell und können die notwendige Fettschicht anlegen. Das ist für die jungen Tiere eine lebenswichtige Eigenschaft, denn im frostigen Polargewässer sind sie auf ihre Mutter und schnelles Kraftgewinnen angewiesen.
Nach der Geburt wandern die Wale Richtung Nordmeer um Nahrung zu finden. Bartelwale überleben bis zu vier Monate pro Jahr, ohne Nahrung aufzunehmen. Dabei verwenden sie die Fettreserven, die sie im Sommer angelegt haben. Bei der Reise von und zu den Fortpflanzungsgebieten können sie sogar selbst wenn sie trächtig sind oder die Jungen stillen, mehr als 7.000 Kilometer hinter sich bringen, ohne Nahrung aufnehmen zu müssen.46
Auch die Gebiete, welche sich die Wale als Futtergebiete aussuchen, die sich von pflanzlichem Plankton ernähren, sind interessant. So wie auf dem Land, ist auch das Leben im Meer an die Existenz von Pflanzen gebunden. Dank der Photosynthese gehen unorganische Stoffe mit organischen Stoffen eine Synthese ein. Das nahrhafte Wasser am Meeresgrund, das über Nitrate, Phosphate und Sulfate verfügt, wird von der Strömung Richtung Antarktis getrieben und steigt in der Nähe der Küsten an die Oberfläche, um mit der Meeresströmung Richtung Norden transportiert zu werden. In diesen Wassern, die reich an Nahrung sind, wächst auch das Plankton stärker. Daher enthält das Wasser der Antarktis rund 10-20 Mal mehr Plankton als die tropischen Meere. Als würden sie das wissen, ziehen die Wale in diese Gewässer.
Zahnwale migrieren nicht so weit wie Bartelwale. Einige leben in Flüssen, was ihren Bewegungsradius ebenfalls einschränkt.
Wissenschaftler, die sich mit den langen Reisen der Bartelwale zu ihren speziellen Fortpflanzungs- und Futterstellen beschäftigen, interessieren sich insbesondere für den Orientierungssinn der Tiere. Man geht davon aus, dass die Tiere sich anhand des Magnetfelds der Erde orientieren können. Es wird angenommen, dass in den Schichten in der Gehirnregion ein Magnetlager ist, das sie für diese Aufgabe nutzen. So können die Wale das Magnetfeld der Erde verwenden und erhalten auf einfache Art eine Karte und einen Zeitrahmen. Sie können ihre eigenen Position sehen und sich fortbewegen. Dabei können sie auch kleinste Veränderungen im Magnetfeld wahrnehmen.
Was wir bis hierher erklärt haben ist lediglich ein Glied in der Kette von Wundern. Allah weiß von Anfang an, welche Bedürfnisse die neugeborenen Jungen haben und was für einen Körperbau sie brauchen. Denn es ist Allah, Der das gesamte Universum einschließlich des Himmels und der Erde erschaffen hat und die Schöpfung aufrecht erhält. Sein Wissen umfasst alles.
Diese Tiere können nach der Geburt nicht wissen, wo sie Futter finden werden und wie sie diese Gebiete erreichen können. Die Perfektion des Körpers und der Verstand und die Organisation, die jedes einzelne Individuum aufweist, sind Beweise für die Schöpfung, die keinen Raum für Zweifel lassen. Jeder, der diese Informationen hört, kann sich vorstellen, dass sie kein Ergebnis des Zufalls sein können. Man könnte nicht behaupten, dass ein Tier über das nötige Bewusstsein und Verstand verfügt, um dieses Wissen zu erlangen. Denn selbst viele Menschen haben dieses Wissen womöglich erst dadurch erhalten, dass sie diese Zeilen hier lesen. Es ist sicherlich eine außergewöhnliche Tatsache, dass ein Wal über diese Informationen verfügt.
Während diejenigen, die dieses Wissen ehrlich überdenken an Allah glauben, leugnen diejenigen, die hochmütig sind, trotz dessen die offensichtliche Existenz Allahs. So verloren diese Menschen in dieser Welt sind, so verloren werden sie auch im Jenseits sein. Allah braucht nichts:

Zu Seinen Zeichen gehört auch die Schöpfung der Himmel und der Erde und aller Lebewesen, die Er in beiden verteilt hat. Er ist auch imstande, sie zu versammeln, wann immer Er will. (Sure asch-Schura, 29)

Die lange Wanderung
der Meeresschildkröten
Die Meeresschildkröten sind wegen ihres interessanten Lebensstils und ihrer langen Wanderung Meerestiere, die sehr Aufmerksamkeit erregen. Wenngleich es sich um eines der am häufigsten erforschten Tiere handelt, ist noch nicht ganz geklärt, wie sie es meistern, auf den langen Wegen ihren Weg so problemlos zu finden. Während ihrer Wanderung ziehen sie von den Futtergebieten zu den Brutgebieten.
Es gibt viele unterschiedliche Arten von Meeresschildkröten. Besonders interessant ist die Migration der Suppenschildkröte (Chelonia Mydas), die sich an den Stränden von Südamerika und Brasilien ernährt. Jedes Jahr wandern tausende dieser Schildkröten von den Stränden Brasiliens zu den Ascension Inseln im Atlantischen Ozean. Das ist eine Strecke von rund 2.300 Kilometern. Wenn man sich vor Augen hält, dass die Insel nur 11 km breit ist, wird noch offensichtlicher, über was für einen hervorragenden Orientierungssinn die Schildkröten verfügen. Bei einem Versuch, bei dem die Bewegung der Meeresschildkröten untersucht wurde, hat man die Strecke nach verfolgt, welche ein gekennzeichnetes weibliches Tier zurückgelegt hat. Ein erwachsenes Weibchen, das sein Zuhause in Nord Queensland hatte, wurde mit dem Code X38756 versehen. Sieben Jahr und acht Monate lang war sie nirgendwo sichtbar, bis sie im Jahr 1989 im 2.543 km entfernten Golf von Carpentaria in den Paarungsgebieten wieder auftauchte. Nach achtzig Tagen war sie wieder an ihren eigenen Strand und legte ihre Eier. Untersuchungen an den Eiern des Tieres haben gezeigt, dass das Weibchen sich in den verstrichenen acht Jahren nicht fortgepflanzt hat.
In dieser Zeit hat die Schildkröte mindestens 5.100 km Weg hinter sich gebracht. Das bedeutet, dass wenn sie an dem Tag aufgegriffen wurde, an dem sie ihre Reise angetreten hat, sie pro Tag 32 Kilometer hinter sich gebracht hat, um zu ihrem Paarungsort zu gelangen. Um den Golf von Carpenatiria zu überqueren hat sie sich erst Richtung Nordosten gewendet, dann hat sie die Meerenge von Torres durchquert und sich allgemein südlich gehalten und muss unterschiedlichen Strömungen ausgesetzt, mal schwamm sie mit den Strom, mal dagegen. Hätte die Schildkröte ihre Strecke zufällig gewählt, hätte sie diese nicht in so kurzer Zeit bewerkstelligen können.47
Diese zweck- und zielgerichtete Reise wirft eine sehr dringende Frage auf.
Damit die Schildkröten ihren Migrationszyklus abschließen können, müssen sie die Karten ihrer vorhergehenden Reisen und die Ortungsinformationen in ihrem Gedächtnis abspeichern. Wie speichern sie diese Informationen? Die Perfektion dieser Organisation im Gedächtnis der Schildkröte zu suchen, ist sicher keine Erklärung, die mit Verstand und Logik einhergeht. Die Fähigkeiten, über welche diese Tiere verfügen sind ein Beweis, dass sie erschaffen wurden.
Die Schildkröten, die auf so wundersame Art und Weise ihre Fortpflanzungsgebiete erreichen, paaren sich in der Nähe. Doch die Weibchen verwenden das erhaltene Sperma nicht, sie lagern es und begeben sich an den rund 100 km weit entfernten Brutstrand. Hier befruchten sie ihre Eier mit dem eingelagerten Sperma. Die Brutzeit der Schildkröte beträgt zwei Wochen und nach dieser Zeit begibt sich das Weibchen an den Brutstrand und legt rund 120 Eier. Diesen Vorgang führt sie während einer Saison rund 10 Mal aus. Während der Paarungs- und Fortpflanzungszeit halten sie sich im Meer in der Nähe auf und kehren nach dem Eierlegen zurück zu den Futterorten, ohne abzuwarten, dass die Jungen aus ihren Eiern schlüpfen. Während die sich die Schildkröte in den Fortpflanzungsgebieten aufhält, nimmt sie weniger Nahrung zu sich und sichert ihr Überleben durch die eingelagerten Fettreserven.

Wie kann die Schildkröte tauende Kilometer Weg hinter
sich bringen und Jahre später denselben Ort wieder finden?
Ein Weibchen setzt normalerweise nach der Fortpflanzung ein Jahr aus. Bei vielen Arten vergehen zwei bis acht Jahre, bis sie sich wieder fortpflanzen. Doch wenn sich eine Schildkröte erneut fortpflanzen möchte, sucht sie wieder die rund 2.300 Kilometer weit entfernten Brutplätze auf, an denen sie sich zuvor fortgepflanzt hat. Dass sie diesen so viele tausend Kilometer weit entfernten Brutplatz sofort wieder finden, ist eines der größten Wunder in Bezug auf die Schildkrötenwanderung.
Die Eier, die am Strand gelegt wurden, schlüpfen nach sieben bis 13 Wochen. Auch hier vollzieht sich ein großes Wunder. Anders als die Menschen verfügen die Schildkröten nicht über ein geschlechtsspezifisches Chromosom. Das Geschlecht wird durch die Nestwärme festgelegt und zwar während der Brutzeit. Aus warmen Nestern schlüpfen nur Weibchen, aus kalten nur Männchen.
Es ist offensichtlich, dass die Schildkröten von dem Moment an, in dem sie ihre Augen öffnen, der Inspiration Allahs folgen: Die kleinen Individuen wissen sobald sie geschlüpft sind genau, wie sie sich verhalten müssen, ohne dass ihnen jemand das zeigen könnte oder sie von den Erfahrungen anderer profitieren könnten. Nach dem Schlüpfen machen sie sich nicht sofort auf in Richtung Meer, sie warten bis zum Abend. So sind sie zum einen vor der sengenden Hitze der Sonne geschützt, als auch vor den Gefahren die im Sand lauern können. Wenn es Abend wird, machen sie sich auf in Richtung Meer. Der Grund hierfür ist noch nicht ganz geklärt, aber es wird davon ausgegangen, dass die Schildkröten über ein lichtempfindliches System verfügen. Das Meer ist immer strahlender als das Land und es ist möglich, dass sich die kleinen Tiere in Richtung dieses Strahlens bewegen.
Auf diese Weise erreichen die Jungen das Meer. Jetzt beginnt für sie eine gefährliche Reise. Einige Jungtiere werden am Strand zur Beute von Krebsen und Vögeln. Sobald sie das Wasser erreicht haben, stehen sie unter einem noch größeren Risiko. Die kleinen Schildkröten schwimmen ins offene Meer hinaus und während sie die seichten Gewässer durchqueren werden sie zum Futter für Fische oder Haie. Nachdem sie einige Tage ohne Pause geschwommen sind beginnen sie sich zu erholen und sich von Plankton zu ernähren. Die Jungen nisten sich am Grund des Ozeans in den nahrungsreichen Gebieten ein und bleiben dort für Jahrzehnte, bis sie ausgewachsen sind. Wenn sie das Erwachsenenalter erreicht haben und die Zeit für die Fortpflanzung gekommen ist, machen sie sich auf erstaunliche Art und Weise zu ihrem Geburtsort auf den Weg.
Meeresschildkröten bleiben von Geburt an alleine und bilden kaum Beziehungen zu ihren Artgenossen auf. Daher ist es keine andere Schildkröte, die ihnen sagt, wann sie wohin wandern muss, wie sie sich ernähren muss und wo sich die Futter- oder Fortpflanzungsplätze befinden. Woher erhält dann eine frisch geschlüpfte Schildkröte diese Informationen?
Wie wir bereits zuvor festgestellt haben, ist es der allmächtige Allah, Der alle Bedürfnisse aller Lebewesen bereits vor deren Geburt kennt und Der ihnen ihr Leben lang beibringt, was sie tun müssen.
Schildkröten verbringen den größten Teil ihres Lebens alleine. Doch das stellt für sie keinen Mangel dar, denn sie sind so erschaffen, dass sie auf diese Art und Weise leben können. Sie haben außerordentliche Fähigkeiten, mit denen sie die Anhaltspunkte in der Umgebung wahrnehmen können. Sie haben einen ausgezeichneten Geruchssinn und gute Augen. Wenngleich sie keine Ohrmuscheln haben, können sie besser hören als der Mensch und auch Geräusche mit niedriger Frequenz wahrnehmen.
Alle diese komplexen Systeme sind ein Beweis für Allah, Der alles weiß und sie erschaffen hat. Er hat sie dergestalt erschaffen, dass Er sie mit allen notwendigen Besonderheiten ausgestattet hat, die sie für das Leben alleine brauchen. Der Mensch, der darüber nachdenkt wird einmal mehr Zeuge von Allahs unendlicher Macht und wird in diesem Bewusstsein dem Höchsten gegenüber verantwortlich handeln. Allah hat im Quran mitgeteilt, dass Er denen, die dem zuwider handeln, Feuer in ihre Behausungen schicken wird:

Im Wechsel der Nacht und des Tages und in allem, was Allah in den Himmeln und auf der Erde erschaffen hat, sind wahrlich Zeichen für gottesfürchtige Leute. Doch diejenigen, welche nicht erwarten, Uns zu begegnen, und die mit dem irdischen Leben zufrieden sind und sich darin aufgehoben fühlen und Unsere Botschaft nicht beachten - Ihre Herberge ist das Feuer, wegen dessen, was sie getan haben. (Sure Yunus, 6-8)

Es ist nicht ganz geklärt, wie genau
die Schildkröten ihren Weg finden...
Schildkröten finden nachdem sie Jahrzehnte lang im Ozean waren nicht nur ihren Geburtsort wieder, sondern auch ihre Futterplätze und ihr Zuhause. Darüber wurde viel geforscht, allerdings kam man zu keinem Ergebnis. Das einzige, was bekannt ist, ist dass diese Tiere einen enormen Verstand aufweisen und jedes Mal ihren Weg finden.
Es wurden viele Meinungen zu diesem Thema gebildet, doch keine ist befriedigend. Einige glauben, dass die Schildkröten den Spuren ihrer Artgenossen am Strand entlang folgen und deren Geruch folgen, andere meinem, dass die Tiere ihren Zielort dadurch erreichen, dass sie die Veränderungen im Magnetfeld der Erde wahrnehmen.
Wir wollen uns mal diese Möglichkeiten vor Augen führen und uns vorstellen, dass ein Mensch über dieselben Fähigkeiten verfügen würde, wie die Schildkröte. An diesem Vergleich können wir erneut feststellen, was für eine schwere Aufgabe die Tiere meistern: Sie gehen das erste Mal in ihrem Leben an einen bestimmten Ort. Dort bestehen die Bedingungen, die sie für ihr Leben und Überleben brauchen. Doch wie auch immer, sie haben dorthin gefunden, ohne sich auch nur ein einziges Mal zu verirren. Dann haben Sie sich erneut auf den Weg gemacht und mehrere Tausend Kilometer später erneut einen Ort gefunden, der ihren Bedürfnissen entspricht und zu dem Sie ebenfalls zum ersten Mal in ihrem Leben kommen. Bevor Sie sich auf den Weg machen, haben Sie sich überlegt, dass Sie womöglich zurückkehren werden und sich daher die Besonderheiten des Ortes eingeprägt. Den Geruch, die Form der Umgebung, das Magnetfeld der Region, jedes einzelne Detail speichern sie in ihrem Gehirn. Nach einer viele Kilometer langen Reise rufen sie die gespeicherten Informationen wieder ab. Während Sie all dies tun verfügen Sie natürlich über ein Körpersystem, das sowohl über einen Kompass verfügt als auch ihr Leben lang misst, welche Besonderheiten ihr Lebensraum aufweisen muss.
Ohne die Verwendung von Technologie wäre es keinem Menschen möglich, dies alles zu meistern. Daher wäre es absurd, dass die Meeresschildkröten dies aus eigenem Verstand und Fähigkeiten könnten.
Denn obwohl seit über 30 Jahren danach geforscht wurde, konnte noch nicht festgestellt werden, mit welchem Mechanismus die Meeresschildkröten den Weg ihrer Reise bestimmen. Doch auch wenn man herausfinden sollte, dank welchen Systems sie diese Aufgabe meistern, ist es offensichtlich, dass sie dieses nicht selber entwickelt haben können. Es ist der Schöpfer des Universums, Allah, Der Seinen Verstand in alle Ecken und Enden offenbart. Allah kann von Seinem endlosen Verstand so viel weitergeben, wie Er das wünscht. Diejenigen, die Allah leugnen, können noch Millionen von Jahren weiter forschen, doch sie werden keine andere Erklärung finden. Dass es keinen Gott gibt außer Allah wird uns im Quran mitgeteilt:

Euer Gott ist fürwahr Allah, außer Dem es keinen Gott gibt. Er umfasst alle Dinge mit Seinem Wissen. (Sure Ta Ha, 98)

Die Reise der Lachse gegen den Strom
Gegen den Strom schwimmen, drei Meter hohe Wasserfälle überwinden, dem Risiko gegen Felsen zu prallen ausgesetzt sein, mal im salzigen Meerwasser, mal im Süßwasser leben… Das sind nur einige der Details, welche die Lachse während ihrer Reise zu den Brutplätzen auf sich nehmen.
Die Wanderung der Lachse ist eine der erstaunlichsten im Tierreich. Eine der größten Besonderheiten der Lachse, die in den westlichen Gewässern Nordamerikas leben besteht darin, dass sie auf ihrer Reise Flüsse und Täler überqueren. Das Lachsweibchen laicht ihre Eier in flache Fließgewässer. Die Jungen, die aus den Eiern schlüpfen, ernähren sich von Nahrungssäckchen, die sie fertig vorfinden. Innerhalb von wenigen Wochen sind sie in der Lage, sich selber ihre Nahrung in dem fließenden Gewässer zu suchen. Rund ein Jahr verbringen sie dort.
Tausende Lachse machen sich gleichzeitig auf den Weg entlang des Flussbetts. Diese Reise dauert mehrere Wochen und hat den Pazifischen Ozean zum Ziel.
Eine der Besonderheiten der Lachse besteht darin, dass sie sowohl im Salz- als auch im Süßwasser überleben können. Sobald sie den Ozean erreicht haben, verändert sich der Körper der Lachse und sie können im Salzwasser leben. Während der folgenden ein bis vier Jahre legen sie im Meer enorme Strecken zurück. Am Ende dieser Reise sind die Tiere ausgewachsen und sie sind bereit für die letzte schwere Reise in ihrem Leben. Sie sind bereit nach Hause, also dahin zurück zu kehren, wo sie einst geboren wurden.
Sie beginnen den Fluss, den sie Jahre zuvor verlassen haben, gegen den Strom entlang zu schwimmen. Kein Hindernis kann sie dabei aufhalten. Sogar Wasserfälle können sie überwinden, indem sie mit großer Geschwindigkeit hinauf springen. Bis zu drei Meter hohe Hindernisse können sie überspringen. Sie setzen ihren Weg fort, ohne auf die Wunden an ihrem Körper zu achten. Und letztendlich erreichen sie das Flussbett, in dem sie Jahre zuvor geboren worden waren und laichen dort ihre Eier. Nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt haben, sterben die Lachse.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch ohne fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen und ohne Hilfsmittel zur Richtungsweisung zu verwenden direkt zu einem Ort gehen könnte, der tausende Kilometer entfernt ist und dass diese Person innerhalb einer bestimmten Frist tatsächlich denselben Weg finden könnte, den er nur ein Mal zuvor genommen hat, ist ziemlich gering. Doch die Lachse haben diese Fähigkeit, die ein Mensch niemals haben könnte, von Geburt an. Es ist offensichtlich, dass Lachse diese Möglichkeit nicht aus eigener Kraft entwickelt haben können und dass diese Fischart auch seine großartigen Fähigkeiten nicht einer Reihe von Zufällen verdanken kann.
Um die Perfektion der Lachswanderung genauer verstehen zu können, wollen wir uns vor Augen führen, was dieser Fisch auf seiner Reise den Fluss entlang bis zu seinem Ziel alles beachten muss:
Zuerst muss der Fisch einige wichtige Entscheidungen in Bezug auf seine Route fällen. Der Fisch kam mitten auf dem Festland, irgendwo in einem Bach auf die Welt. Flüsse können sich in verschiedene Arme verzweigen. Daher muss der Lachs die richtige Abzweigung finden, die zu dem Bach gehört, aus welchem er stammt. Denn Lachse finden einen Weg, den sie nur ein Mal im Leben genommen haben, ohne Problem wieder. Jedes Mal wissen sie, welches der Zweig ist, der sie zu ihrem Geburtsort zurückbringen wird.
Doch es gibt ein noch viel erstaunlicheres Detail in Bezug auf die Lachswanderung. Während seiner Wanderung strengt sich der Fisch sehr an und verbraucht viel Kraft. Aber dennoch nimmt er keinerlei Nahrung zu sich. Denn die Energie, die er für die beschwerliche Reise braucht, hat er zuvor eingelagert. Außerdem hat er genau berechnet, wie viel er einlagern muss und den Brennstoff ganz genau bemessen.
Wenn man die Lachswanderung untersucht, muss man auch den Salzgehalt im Meer und in den Fließgewässern, die Wassertemperatur und andere Besonderheiten im Auge behalten. Hier wird folgende Tatsache offensichtlich: Die Lachse sind so ausgestattet, dass sie sowohl im Meer als auch im Fließgewässer perfekt angepasst sind.
Trotz aller Schwierigkeiten meistern die Lachse ihre Wanderung. Sie kehren an ihren Geburtsort zurück und legen ihre Eier. Seit Millionen von Jahren vollziehen Generationen von Lachsen ihre wundersame Reise.
Alle Lachse, die seit Millionen von Jahren gelebt haben, haben diese unmöglich erscheinende Aufgabe gemeistert. Wie und warum?
Forschungen haben gezeigt, dass die Lachse einen speziellen Sinn haben, der ihnen bei der Durchführung der Wanderung hilft. Damit die Lachse sich im Ozean orientieren können, wurden sie mit einem natürlichen Kompass erschaffen, der das Magnetfeld der Erde wahrnimmt. Daher finden sie ihre Richtung ohne einen Fehler zu machen in den riesigen Gewässern des Pazifiks. Doch die eigentliche Frage besteht darin, wie die Lachse ihr Geburtsgewässer wieder finden, denn dazu bedarf es weit mehr als nur eines Kompasses.
Forschungsergebnisse belegen, dass die Lachse über einen der feinsten Geruchssinne aller Lebewesen verfügen. Jedes Fließgewässer auf der Welt hat seine spezielle chemische Zusammensetzung. Die Lachse finden ihren Geburtsort wieder, indem sie „der Geruchsspur folgen“.48

Ein Beispiel für die unglaubliche
Reise der Lachse
Man würde nicht vermuten, dass Fließgewässer einen eigenen Geruch haben. Doch jedes Fließgewässer auf der Welt hat seine spezielle chemische Zusammensetzung. Die Unterschiede in der Zusammensetzung sind normalerweise so gering, dass kaum ein Lebewesen sie wahrnehmen könnte.
Außer den Lachsen…
Eines der interessanten Ereignisse in Bezug auf den Ortungssinn der Lachse wurde auf der Prairie Creek Fischfarm in Nordkalifornien beobachtet. Auf dieser Farm wurde ein unglaubliches Abenteuer der Wanderung entdeckt.49
Am 2. Dezember 1964 wurde in einem Fischbecken der Farm zwischen hunderten von Jungtieren ein ausgewachsener Lachs entdeckt. Auf der Rückenflosse des Fisches befand sich der Markierungschip der Prairie Creek Fischfarm. Das hat gezeigt, dass es sich bei diesem Tier um eines von denen Handeln musste, die zwei Jahre zuvor im Ozean ausgesetzt worden waren. Doch wie konnte der Fisch aus dem Ozean zurückkehren und in den geschlossenen Tank der Fischfarm hineingelangen?
Ein Detail der Farm gab die Antwort: Das Metallgitter am Verschluss des Überlaufs des Beckens war zerbrochen. Könnte es möglich sein, dass der Fisch in der Absicht seinen Geburtsort zu erreichen in den Wasserkanal der Farm gelangt ist und später dann dieses Gitter zerbrach, um in den Tank zu gelangen?
Es gibt keine andere Erklärung für dieses Ereignis. Doch wenn man sich die Strecke vor Augen hält, welche der Fisch auf seiner Wanderung vom Ozean bis zur Farm zurückgelegt haben muss, so scheint dies unmöglich.
Um zu der Farm, auf der er geboren worden war, zurück zu kehren, musste er seine Reise dort antreten, wo der Redwood Creek in den Ozean mündet. Nach fünf Kilometer schwimmen gegen den Strom muss er an die erste Gabelung gelangt sein. An dieser Kreuzung entschied er sich für den richtigen Weg und wandte sich gen Norden, doch nach kurzer Zeit muss er an eine noch schwierigere Kreuzung gelangt sein. Denn hier befinden sich für den Lachs sehr ähnliche Signale. Die Lachsfarm befindet sich genau in der Mitte der Gabelung. Die erste Lösung, die einem einfallen könnte besteht darin, dass der Lachs sich nach rechts gewendet hat, da das Wasser der Farm hier floss.
Doch warum auch immer entschied er sich dafür den linken Weg einzuschlagen und näherte sich der Farm von hinten.
Der Grund für dieses erstaunliche Verhalten bestand darin, dass der Weg unter der Autobahn durchführte. Unter der Autobahn befand sich ein Kanal, über welchen das überschüssige Wasser der Farm abgeleitet wurde. Normalerweise kommt aus diesem Kanal nur sehr wenig Wasser und es versickert im Boden, bevor es den Fluss erreicht. Doch in diesem Jahr hatte es stark geregnet…
Aufgrund des Regens erreichte das Wasser aus dem Kanal den Fluss. Dieser flache Lauf war ausreichend, um dem Lachs den rechten Weg zu zeigen.
Der Lachs muss dem bekannten Geruch und dem Wasserkanal gefolgt sein. In dem nur 5-10 cm tiefen Wasser muss er halb geschwommen, halb gekrochen sein.
Später hat er im Tunnel seinen Weg durch das verwirrende System von Rohren gefunden. Wenn er dies schafft, so muss er doch an dem Gitter gescheitert sein.
Er hätte in den Betonrohren fest hängen müssen, die unter der Farm entlang verlegt waren.
Doch der Lachs gab nicht auf. Er fand das 12 cm breite Rohr, welches den Kanal mit dem Becken verbunden hat und schwamm das Rohr entlang, bis er an ein letztes Hindernis stieß: Den Rost am Ende des Rohres. Dieses Hindernis konnte er mit einem harten Kopfstoß überwinden…
Nach dieser unglaublichen Reise erreichte er das kleine Becken, in dem er zwei Jahre zuvor geboren worden war.
Den Mitarbeitern auf der Fischfarm kam eine Idee, nachdem sie die Route berechnet hatten. Gibt es wohl andere Lachse, die ebenfalls in ihre Heimat zurückkehren? Sie nahmen die Holzvertäfelung ab und schauten in den Kanal darunter. Und waren erstaunt:
Im Inneren des Kanals befanden sich 70 Lachse, die den Metallchip der Lachsfarm trugen.
Diese außergewöhnliche Geschichte der Lachse bietet uns wichtige Beweise über die Schöpfung.
Jede einzelne Stufe der Reise des Fisches ist auf das genaueste berechnet.
Insbesondere, dass es ein „Programm“ gibt, das dem Lachs befiehlt nach Jahren in das Flussbett zurückzukehren, in dem er geboren worden war, ist ein großes Wunder.
Außerdem ist es sicher kein Zufall, dass das Tier einen natürlichen Kompass hat, der ihm den Weg im riesigen Ozean weist und er auch über den feinsten Geruchssinn auf der Welt verfügt.
All dies beweist, dass der Lachs speziell für seine Wanderung erschaffen wurde.
Diese Reise der Lachse kann nur dank einem System verwirklicht werden, das auf jeder Stufe sorgfältige Berechnungen anstellt.
1) Es muss ein „Programm“ existieren, das befielt, dass der Fisch gleich nach seiner Geburt zum Meer schwimmt, dort mehrere Jahre verbringt und dann zu seinem Geburtsort zurückkehrt. Das alleine ist schon ein großes Wunder. Darüber hinaus muss der Fisch:
2) Genetische Informationen haben, die es ihm ermöglichen seinen Körper von Süßwasser auf Salzwasser umzustellen,
3) einen natürlichen Kompass haben, der ihm die Orientierung im riesigen Ozean ermöglicht,
4) Einen ausgesprochen guten Geruchssinn haben, der es ihm ermöglicht seinen Geburtsort anhand des Geruches wieder zu erkennen.
Zweifelsfrei ist jedes einzelne dieser Systeme, über welches diese Fische verfügen, ausreichend, um die Behauptung des „Zufalls“, wie sie die Evolutionisten aufstellen, zum Einsturz zu bringen. Die Wanderung des Lachses ist ein Wunder, das einem Plan und Schöpfung folgt und sich mit dem Wort „Zufall“ nicht umschreiben lässt.
Es ist der höchste Allah, Der den Lachs samt aller seiner Eigenschaften erschaffen hat, der Schöpfer allen Seins. Ein Vers erklärt dies folgendermaßen:

Sein ist, was in den Himmeln und auf Erden ist. Und wer bei Ihm ist, ist nicht zu stolz, Ihm zu dienen, und wird dessen nicht müde. (Sure al-Anbiya, 19)


MIGRATION AUF DEM LANDWEG


Die größten Landtiere, die aus Wanderschaft gehen, sind die Elefanten. Ein ausgewachsener Elefant ist zirka zwei bis sieben Tonnen schwer. Die kleinsten Landtiere, die auf Wanderschaft gehen, sind die Beldung-Zisel, die nur zwei Monate alt sind und 125 Gramm auf die Waage bringen. Während ein Teil dieser so unterschiedlichen Kreaturen auf Wanderschaft geht um Futter oder einen besseren Lebensraum zu finden, ziehen andere aus Gründen los, die nicht bekannt sind.

Elefanten
Erwachsene Elefanten bringen ein Gewicht von bis zu sieben Tonnen auf die Waage und haben dementsprechend auch einen sehr hohen Bedarf an Nahrung. Ein Elefant konsumiert pro Tag zwischen 75-150 Kilo Nahrung und trinkt 150-300 Liter Wasser. Diese Menge macht deutlich, wie reich die Nahrungsgebiete der Elefanten, die in Herden leben, sein müssen. Daher verbringen Elefanten ihr gesamtes Leben auf Reisen, die sie viele Kilometer weit treiben. Um neue Futtergründe zu finden.
Elefanten ernähren sich von Blättern, Baumrinde, Früchten, Gräsern und Pflanzen. Sie verbringen 70-90% des Tages damit Nahrung aufzunehmen oder nach Nahrung zu suchen. Die übrige Zeit des Tages verbringen sie mit baden, trinken, ausruhen oder schlafen. Bevor sie sich erneut in Bewegung setzen verbleiben sie für gewöhnlich einige Tage an einem Ort. Es ist wichtig, dass diese Frist nicht sehr lange ist, denn wenn sie sich nicht weiter fort bewegen würden, würde die Flora an diesem Ort komplett zerstört werden.
Heute kommen Elefanten vor allem in Ostafrika, aber auch den anderen afrikanischen Ländern, dem Fernen Osten und Sri Lanka vor. Die Wanderung zu neuen Futterplätzen nehmen sie vor allem bei Dürre auf. Daher kann man bei Trockenheit mehr Elefantenherden begegnen. Die Regenzeit ist für die Fortpflanzung der Elefanten geeignet. Die Paarung und Geburt findet in dieser Jahreszeit statt. Die Tragzeit der Elefanten beträgt 22 Monate. Das ist die längste Tragzeit aller Landsäuger. Daher fallen Empfängnis und Geburt auf dieselben Wetterbedingungen. Die Jungen werden zu einem Zeitpunkt geboren, zu dem reichlich Futter vorhanden ist.50 Dieses perfekte Timing für ihre Geburt ist erstaunlich. Dass die Elefanten auf der Suche nach neuen Futterplätzen in regenreiche Gebiete ziehen, ist ein erstaunliches Wunder und beinhaltet viele Geheimnisse. Wie sie die Richtung bestimmen, wann sie den Zeitpunkt und das Wohin festlegen und wie sie untereinander Kommunizieren konnte trotz aller Forschung bis heute nicht geklärt werden.
Von den Forschungsergebnissen ausgehend, scheinen die Elefanten sich nach der Sonne, den Sternen, dem Mond, sowie Bergen und Flüssen zu orientieren. Außerdem wohl auch von der Länge der Tage, der Wärme, dem Wind, der Feuchtigkeit und anderen klimatischen Veränderungen. Doch bis heute konnte an ihrem Körper kein Organ oder System festgestellt werden, was ihnen dies ermöglichen würde, daher handelt es sich ausschließlich um Thesen. Es ist auch möglich, dass die Elefanten einen sehr feinen Geruchssinn haben und ihre Haut so sensibel ist, dass sie die Windrichtung spüren kann und dies eine Rolle für die Wanderbewegung spielt.
Alle diese Annahmen und Schlussfolgerungen kommen an einem gemeinsamen Punkt zusammen. Diese Tiere müssen über die Fähigkeit verfügen, ihre eigene Position anhand der Himmelskörper feststellen zu können und ihre Richtung zu bestimmen, sie müssen Informationen sammeln und diese auswerten können. Professionelle Routenplaner brauchen eine jahrelange wissenschaftliche Ausbildung in Mathematik und Physik, während die Elefanten ganz ohne die Hilfe von Karten, Chronometern, Kompassen, Landkarten oder Grafiken ihren Weg finden können.
Einzig und allein diese Eigenschaft reicht aus, dass diese Tiere einen Beweis darstellen, das sie von einem Schöpfer erschaffen wurden, der ihnen alles, was sie benötigen zur Verfügung gestellt hat. Dieser Schöpfer ist der Herr über den Himmel und die Erde und alles, was dazwischen ist, Allah. Allahs Macht ist einzigartig und unbegrenzt. Diese Tatsache verstehen und dementsprechend ein Leben zu führen, wie Allah es befielt, ist die höchste Pflicht eines jeden Menschen:

O ihr Menschen! Dienet euerem Herrn, Der euch und die früheren Menschen erschaffen hat; vielleicht fürchtet ihr Ihn, Der euch die Erde zu einem Bett gemacht und den Himmel darüber erbaut hat, und vom Himmel Wasser herniedersandte und damit Früchte hervorbrachte zu euerer Nahrung. Stellt ihm daher keine Götter zur Seite, wo ihr es doch (besser) wisst. (Sure al-Baqara, 21-22)

Das nordamerikanische Rentier
Das nordamerikanische Rentier legt mit die längste Strecke aller Landtiere auf seinen Wanderungen zurück. Wenngleich ihr Lebensraum sehr strenge Winter hat, sind sie sehr gute Läufer. Die Satellitenverfolgung eines Rentierstamms bestehend aus zehn Weibchen hat gezeigt, dass sie eine Strecke von 4.350 Kilometern zurückgelegt haben, von den Überwinterungsplätzen im Wald bis hin zu den Tiefebenen am Ufer. Ein Rentier aus dieser Herde hat mit einem Weg von 5.055 Kilometern Länge die längste Strecke zurückgelegt, die jemals bei einem Landsäugetier gemessen wurde.51
Der Zweck der Wanderung ändert sich bei Rentieren entsprechend der Jahreszeit. Im Frühling wandern sie von den Überwinterungsgebieten zu den Orten, wo sie ihre Jungen aufziehen. Die trächtigen Weibchen treten ihre Wanderschaft an, während der Boden noch schneebedeckt ist und auch wenn sie ihr Ziel erreicht haben, ist der Boden noch nicht getaut. Diese Gegend muss für sie attraktiv sein, da sie nach der Geburt der Jungen Nahrung bietet. Sie bringen ihre Jungen zur Welt, während Baumwollblüten und andere Pflanzen in großen Mengen zur Verfügung stehen und verbleiben dort ungefähr 7-10 Tage, um Nahrung aufzunehmen.
Es ist noch nicht genau geklärt, welche Zeichen der Umwelt diese Tiere verwenden, um ihre Wanderschaft anzutreten. Aber es wurde festgestellt, dass die trächtigen Weibchen auf jeden Fall den Zeitpunkt so einrichten, dass sie an einem geeigneten Ort sind, wenn die Jungen zur Welt kommen. Beobachtungen haben gezeigt, dass eine Gruppe trächtiger Weibchen aufgrund des tiefen Schnees ihre Reise verschoben hat, jedoch später pro Tag 40 km mehr zurücklegte und dadurch gleichzeitig mit den übrigen Rentiere, die ihren Weg einen Monat zuvor gestartet hatten jedoch nur sechs Kilometer Weg pro Tag geschafft hatten, ankamen. Das ist sicherlich ein Zeichen von Bewusstheit, das erstaunlich ist. Allah hat diesen Tieren die Inspiration geschenkt, dass sie egal unter welchen Bedingungen zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein sollen. Anderenfalls wäre es nicht möglich, dass ein Tier sich ausrechnen kann, wie weit das Gebiet, in dem es werfen wird entfernt ist, wie viele Tage bis zur Geburt verbleiben und dementsprechend wie viele Kilometer es am Tag zurücklegen muss. Kein Rentier verfügt über eine solche Denkfähigkeit.
Für den Beginn der Wanderung warten sie ab, dass die Umstände so geschaffen sind, dass sie gut laufen können. Der beste Zeitpunkt ist dann gekommen, wenn feuchter Schnee die offenen Täler, zugefrorenen Seen und bedeckt. Je tiefer der Schnee ist, desto mehr Energie müssen sie aufbringen. Durch den Tiefschnee waten sie in einer Schlange, den Anfang bildet meist ein ausgewachsenes Weibchen. So treten sie den Schnee fest und die nachfolgenden Tiere müssen weniger Energie verwenden um voran zu kommen. Nach einige hundert Metern übernimmt ein anderes Rentier die Führung.52 Dahinter verbirgt sich eine intelligente Organisation. Man könnte nicht behaupten, dass die Rentiere dies aus freiem Willen tun, aufgrund von Opferbereitschaft oder dass sie sich untereinander bewusst verständigen und einen Beschluss fassen. Kein Tier kann eine Methode entwickeln, mit der es sich das gedanklich erarbeiten und später den anderen Tieren erklären könnte. Doch diese Tiere verhalten sich vom Moment ihrer Geburt an so. Das bedeutet, dass jemand ihnen dieses Verhalten beigebracht haben muss und das ist war der erhabene Schöpfer, Allah, Der dies allen Rentieren beigebracht hat.

Rentiere, die den Nährwert
von Pflanzen berechnen
Wir haben bereits zuvor festgestellt, dass Rentiere beständig in Bewegung sind. Der Grund für dieses rastlose Verhalten ist ihre Suche nach Futter. Ihre Ernährungsgrundlage stellt leicht verdauliches Moos dar. Doch Moos wächst sehr langsam. Die Überwinterungsgebiete der Rentiere sind meist Orte, die viel Moos haben und wo wenig Schnee liegt und sie die Nahrung daher leicht erreichen können. Im Winter ziehen sie zu Gebieten, die über diese Eigenschaft verfügen. Weil sie ihre Jungen mit Milch großziehen, müssen sie im Sommer mehr Proteine und Mineralien zu sich nehmen. Im Moos befinden sich wenige dieser Proteine und Mineralien. Die Eigenschaften der Nahrung variieren entsprechend der Höhe, Breite und der Bodenbeschaffenheit. Pflanzen auf Hochebenen haben sowohl viele Proteine und Mineralstoffe, sie sind aber auch leicht verdaulich. Doch das gilt nicht für jede Jahreszeit, sondern nur im Sommer. Als würde das Rentier dies wissen, begibt es zu Beginn des Sommers in diese Regionen.
Mit Fortschreiten des Sommers verringert sich der Nährwert der Pflanzen. Wenn die Temperaturen sinken und der Boden mit Schnee bedeckt ist, ist Moos wieder die beste Nahrungsquelle und daher ziehen sie wieder zu den Überwinterungsplätzen. Diese Tiere können auf Fragen wie in welcher Höhe sich welche Pflanzen wann wachsen, welche Pflanzen welchen Inhalt haben und nach welcher Nahrungsquelle sie Bedarf haben und wie sie die entsprechenden Regionen erreichen nicht wie ein Botaniker oder Geologe bedenken. Dennoch vollführen diese Tiere alles was nötig ist, damit sie überleben können. Es ist offensichtlich, dass die Tiere sich das nicht selber beigebracht haben.
Der höchste Allah behütet alle Seine Kreaturen mit Seiner endlosen Barmherzigkeit. Nicht nur den Körper der Rentiere hat Allah perfekt erschaffen, auch ihre Bewegungen sind alle von Allah inspiriert. Diese Tiere leben mit der Inspiration Allahs und jedes einzelne ist ein Beweis für die Weisheit Allahs.

Er ist der Schöpfer der Himmel und der Erde, und wenn Er eine Sache beschließt, spricht Er nur zu ihr „Sei“ und sie ist. (Sure al-Baqara, 117)

Die Büffelantilopen Südamerikas
Für Antilopen bedeutet überleben, dass sie ständig auf der Suche nach Futter und Wasser sein müssen. Daher gehen sie auf Wanderschaft. Büffel ziehen die Berge des Ngorongoro Kraters im Westen, die Küsten der Viktoria See und endlang von Mara in Kenia bis nach Norden. Dieses 30.000 Quadratkilometer große Gebiet ist als Ökosystem Serengeti-Mara bekannt. Auf diesem weitläufigen Gebiet legen sie eine 3.000 Kilometer lange Wanderung hin.
Die Wege, welche die Büffel dabei zurücklegen, ähneln sich sehr. Doch jedes Jahr ist ihr Zug leicht abgewandelt. Die Länge der Regenzeit und zu welcher Jahreszeit es regnet, beeinflusst das Nahrungsaufkommen und somit auch die Migration dieser Tiere. Wenn der Regen zu Beginn der Regenzeit im November oder Dezember anfängt zu regnen, ziehen die Büffel von den Waldgebieten im Norden in die Richtung der baumlosen Weiden der Serengeti im Westen des Ökosystems. Die Büffel rotten sich in große Herden zusammen und grasen, während sie weiter vor dringen. Jedes einzelne Tier ist dauernd in Bewegung und eine Herde bevölkert ein Mal in der Woche oder öfter ein Gebiet. Die Büffel verweilen niemals länger an einem Ort, denn in ihrem Lebensraum gibt es keinen Ort, der für so viele Tiere ausreichend Futter bieten würde.

Die Überquerung des Mara-Flusses
In manchen Jahren überqueren mehr als Millionen Büffel das Masai Mara Gebiet in Kenia um auf die andere Seite zu gelangen. Auch in der Trockenzeit befinden sich in den nordwestlichen Zonen der Serengeti, die als Mara und Lamai Wedge bekannt sind, breite Weidegebiete. Doch um diese zu erreichen, müssen die Tiere den Mara-Fluss überqueren.
Im Juli oder Anfang August überqueren tausende Büffel die Berghänge im Norden der Serengeti, um den Fluss zu überwinden. Manchmal passieren sie gefährliche Stellen, springen über Vorsprünge oder mühen sich Schlammbetten zu durchqueren. Manch ertrinken dabei. Die alten, erfahrenen Tiere wandern vorne weg und die Jungen folgen ihnen.
Egal welche Faktoren die Wanderung der Büffel auslösen – manchmal möchten die Tiere einfach nur Wasser trinken - wenn sie sich einmal in Gang gesetzt haben, kann nichts sie aufhalten. Falls Fahrzeuge oder Jäger sie hindern wollen, suchen sie sich einen anderen Weg. Manchmal durchqueren sie dabei den Wald, um den Fluss zu erreichen.
Ende September und im Oktober machen sich die Büffelherden in Mara auf um in die Serengeti zurück zu kehren. Der Regen hat begonnen und die Tiere folgen dem Regen Richtung Süden. Wenn der Regen anhält, warten auch die Büffel am Waldrand. Wenn es erneut anfängt zu regnen, ziehen die Antilopen weiter und erreichen so im Dezember das grüne Weideland.
Der Boden in der Serengeti ist vulkanisch und daher reich an Nährstoffen. Doch gleich unterhalb der Oberfläche ist eine feste Schicht aus Calciumcarbonat. In dieser harten, steinigen Schicht kann kein Baum wurzeln und daher überleben hier nur einjährige Gräser. Die kleinen und Kurzen Wurzeln saugen jeden Tautropfen auf, der sich in den kalten Nächten bildet. Daher können die Gräser auch an sehr trockenen Tagen überleben und nach einem Regen sofort austreiben.
Die Büffel lieben diese kurzstängligen Pflanzen mit kleinen Blättchen der Serengeti. Diese Besonderheit ist eine Maßnahme gegen die tausenden von hungrigen Büffeln. Dadurch, dass die Pflanzen beständig gegessen werden, bleiben sie kurz und wachsen dennoch ständig weiter. Die Stängel der abgegrasten Pflanzen schicken ein Wachstumshormon aus, dass das Neuwachstum unterstützt. Auch der Speichel der Tiere wirkt als Wachstumsreiz.53 Die Büffel bleiben niemals so lange an einem Ort, dass sie der Natur Schaden zufügen würden und ihr Kot ist ein gutes Düngemittel für den Boden.
Allah hat alles so erschaffen, dass es gut ist und dass jede Kreatur bekommt, was sie benötigt. Die Gewohnheiten der Büffel und die Bodenbesonderheiten in ihrem Lebensraum, die Besonderheiten der Gräser, die hier wachsen und viele andere Details der Wanderung sind Beweise, dass jede einzelne Stufe ein Teil der Schöpfung ist.

Wahrlich, Allah, Er (allein) ist der Versorger, der Herr aller Stärke, der Unerschütterliche. (Sure al-Dhariyat, 58)

Die Wanderung eines 125 Gramm
leichten Erdhörnchens
Erdhörnchen leben in großen Gruppen auf offenen Weidegebieten und ernähren sich von Gräsern und Samen. In der Nacht schlafen sie in unterirdischen Bauten. Wenn man die Wanderung dieser Tiere in Relation mit ihren winzigen Körpern setzt, dann ist das eine sehr weite Strecke. Das Belding-Ziesel (Spermophilus Beldingi) verlässt seinen Geburtsort, wenn es erst zwei Monate alt ist und halb so groß ist wie ein ausgewachsenes Tier. Es kehrt nie wieder dorthin zurück. Es wiegt zu diesem Zeitpunkt nur 125 Gr. und wird einen Kilometer weit reisen, bevor es seinen neune Siedlungsort erreicht hat. Das käme einer Strecke von 600 km gleich, die ein Mensch mit 75 Kilo Gewicht zurücklegt. Mit anderen Worten ausgedrückt, wenn wir die Größe der kleinen Erdhörnchen bedenken, legen sie eine weitere Strecke zurück, als die Büffel, die von der Serengeti nach Kenia ziehen und zurück und dabei 3.000 km hinter sich bringen.54

Kleine Reisende des Nordens:
Lemminge
Lemminge sind Nagetiere, die am Nordpol und den Steppen der Alpen leben. Sie wohnen in großen Gruppen zusammen und treten jedes Jahr gemeinsam eine lange Reise an.
Lemminge gehen saisonal auf ihre Wanderschaft. Jedes Jahr gehen sie in ihre Überwinterungsgebiete und kehren im Sommer zurück. Im Winter leben sie in Felsgebieten, die trocken sind und eine dicke Schneeschicht haben. Wenn sich ihre unterirdischen Bauten mit dem Wasser des schmelzenden Schnees füllen, ziehen sie zu ihren Sommergebieten, in der Nähe eines Flusses oder Sumpfes. Am Ende der Fortpflanzungszeit kehren sie wieder in ihre Überwinterungsgebiete zurück. Diese Wanderung beginnt im Juli und dauert ein paar Monate. Zuerst machen sich die ausgewachsenen Männchen auf den Weg. Sie werden von den ausgewachsenen Weibchen gefolgt, später kommen die Jungtiere nach. Weil die Anzahl der Lemminge gering ist, dauert auch die Wanderung nicht sehr lange. Doch alle drei bis vier Jahre, nimmt ihre Anzahl stark zu und dann kann es sein, dass sie sehr weit entfernte Regionen aufsuchen.
Die Lemminge verfügen über einen Körper, der genau an ihre Umgebung und die Lebensbedingungen angepasst ist. Sie können im Polarwinter ohne zu erfrieren oder zu sterben ihr Leben aktiv fortsetzen. Denn das lange Winterfell der Lemminge verringert den Kälteverlust und ist so erschaffen, dass er sie vor der Kälte schützt. Ihre Vorderkrallen wachsen im Winter. Damit können sie im Winter Tunnel in den Schnee graben, in denen sie ihre Nester einrichten. Dort sind sie vor der Kälte und Raubtieren geschützt.
Der Herr allen Lebens, Allah, hat die Lemminge so erschaffen, dass sie ihrem Lebensraum und den dort herrschenden schweren Bedingungen angepasst sind.
Eine Lemmingart zum Beispiel (Dicrostonyx exsul) wechselt seine Fellfarbe und ist im Winter weiß, im Sommer braun. Dank ihres weißen Pelzes im Winter, sind sie gut vor gefährlichen Raubtieren getarnt.55